Willkommen in den Publications!

Hier finden Sie alle Berichte welche ich in den unterschiedlichen Magazinen veröffentlicht habe.



  • Das Fischen im Frühjahr
  • Winter
  • Der Fluss des Lebens Part 1
  • Der Griff nach den Sternen
  • Night Short
  • Ein ewiger Kreislauf
  • Endlich wieder Rückenschmerzen
  • Der Ebro
  • Über die Grenzen hinaus
  • Die letzten Stunden
  • Together on Tour
  • Fazination Elbangeln
  • Graser for Live
  • Ganz in Weiß
  • Die Schönen der Schönen

Das Fischen im Frühjahr


Sonnenaufgang in Frühjahr

Die Temperaturen steigen, die Sonne fühlt sich wärmend auf der Haut an. Die Tage werden länger, die Wassertemperaturen steigen nun von Tag zu Tag. Während es in den Morgenstunden noch Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen, beginnt die Sonne am Vormittag die Natur langsam zu wecken. Jetzt beginnt für uns die Zeit, wieder aktiv zu werden und den Staub von den Ruten zu wischen. Wir hatten in diesem Jahr Glück, dass der Winter nicht zu lang war und die Gewässer kaum mit Eis bedeckt waren. Die Fische werden jetzt von Tag zu Tag deutlich aktiver. Jetzt ist natürlich die Frage, wo beginnen, wie beginnen und mit was am besten. Fragen über Fragen stellen wir uns, bevor wir an den See schreiten und doch haben wir immer das Gefühl… Das wir etwas falsch machen. Gerade bei den niedrigen Wassertemperaturen kommt es wirklich auf jedes Details an, da die Fische recht wenig fressen und sich wenig bewegen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der richtigen Location, dem Futter und der Montage.


Die Natur erwacht zum Leben

Die Location im Frühjahr ist ein entscheidender Punkt. Wir müssen uns das Gewässer gründlich betrachten um die Fische zu finden. Karpfen suchen meist wärmeres Wasser wo sie viel Nahrung finden und Schutz haben. Daher sollten wir uns zuerst die vorherrschende Windrichtung anschauen. Gerade der Wind beeinflusst das Verhalten der Fische sehr stark, da dieser das warme Oberflächenwasser in eine bestimmte Richtung drückt. Dort wo der Wind dieses Wasser hindrückt ist es am wärmsten und durch die Bewegung auch am Sauerstoffreichsten. Zudem werden durch die Wellen sehr viele Sediment, Nährstoffe und natürliche Nahrung freigespült und aufgewirbelt welches die Fische anzieht.


Buchten in die der Wind steht, bieten viel Sauerstoff und Nährstoffe. Bei kaltem Wind aber nicht immer geeignet.

Jetzt sollten wir aber schauen, wie viele Tage bereits der Wind diese Windrichtung hat und in einen Bereich hineindrückt. Wechselt der Wind fast täglich, sollten wir uns andere Anhaltspunkte suchen. Drückt der Wind über viele Tage hinweg auf einen Teil des Sees, bilden sich Unterströmungen welche das warme Wasser gegen die Windrichtung strömen lässt. Die Windrichtung dient lediglich als Anhaltspunkt, nicht als Aller Heilmittel. Bereiche welche ständig im Windschatten liegen, haben den Vorteil, dass sich von Dort das warme Wasser nicht weg bewegt und die Ruhe die Fische anzieht. Das Wasser erwärmt sich in der Sonne rasch und kühlt durch den kalten Wind in der Nacht oder am Morgen wenig aus. Daher lohnt es sich immer, diese Bereiche auch einmal genauer anzuschauen. Die Fische halten sich im Frühjahr lange an einer Stelle auf und ziehen wenig, daher ist es wichtig, dass wir die Fische finden und dann gezielt befüttern. Die beste Taktik besteht darin, unterschiedliche Bereiche zu befüttern und diese abwechselnd zu befischen.


Stellen im Windschatten bieten warmes Wasser und Ruhe für die Fische

Das Futter ist ein wichtiger Punkt wo man einiges beachten muss. Im Frühling herrschen niedrige Wassertemperaturen, die Fische fressen weniger und sind meist recht verhalten. Daher ist es wichtig, dass wir unser Futter so zusammenstellen, dass es eine maximale Lockwirkung Unterwasser freisetzt. Daher sind kleine Bestandteile sowie die Boiliezusammensetzung sehr wichtig. Bei den einzelnen Komponenten ist darauf zu achten, dass sich diese bei kaltem Wasser lösen und schnell Lockstoffe freisetzten. Bestandteile wie Milchpulver in Boilies  lassen diese auch bei kaltem Wasser schnell arbeiten. Die Futterzusammensetzung sollte klein und komplex sein, viele kleine Bestandteile erhöhen die Lockwirkung und locken schnell kleine Fische an, welche wiederum die Karpfen neugierig werden lässt. Gerade kleine Pellets, Hanf, Kokosnussflocken, 10mm Boilies und Liquid auf Milchbasis lassen das Futter schnell arbeiten.


Futter das schnell im Wasser arbeitet

Die Futtermenge sollte in den ersten Tagen bei maximal 500gr für 2 Ruten liegen. Weniger ist gerade im Frühjahr mehr, da die Fische wenig fressen und sich durch die kleinen Bestandteile im Futter lange auf dem Platz aufhalten. Da sind wir auch gleich bei einem sehr wichtigem Punkt, das kleine Futter.
Die Köder und Montagen sollten wir unbedingt dem verwendetem Futter anpassen. So umgehen wir das vorsichtige Fische die Hakenköder scheuen. Große Köder fallen schnell auf dem Futterplatz auf und lassen die Fische Verdacht schöpfen. Ebenso schwer Vorfachmaterialien. Im Frühjahr ist alles sehr sensibel zu wählen, da im Zusammenspiel mit dem kleinen Köder ein schweres Vorfachmaterial den Köder sehr schwer macht und die Fische dies merken. Ausbalancierte Köder an einem schwerelosen Vorfachmaterial eigenen sich am besten und versprechen den maximalen Erfolg. Bei der Köderwahl ist es ratsam auch mal etwas auffällig zu werden. Kleine Pop Ups in 10 mm Größe eigenen sich für das Frühjahresangeln am besten, da sie auch auf den visuellen Reitz setzten.


Erfolg im Frühjahr, dank guter Vorbereitung wenn alles zusammenpasst!

Jetzt aber genug geschrieben, die Stellen warten und Sie sollten sich jetzt auch auf zur Location begeben, bevor sie das Frühjahreserwachen noch verpassen. Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein paar interessante Informationen geben.
Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und freue mich, etwas über diesen Erfolg zu hören!
Christian Graßhoff

Der Winter,



Einzigartige Erlebnisse im Winter


der Winter ist einer der schwersten Jahreszeiten für uns Angler. Für die Raubfischangler ein Segen, für uns Karpfenangler eines der schwersten Zeiten. Die Fische ziehen sich komplett zurück und fressen nur noch sehr wenig. Lasst uns jetzt einmal schauen, wie wir dennoch die Fische gezielt beangeln können.
Das wichtigste ist die Location. Man sollte das Gewässer ganz genau kennen umso schon vorab ungefähr zu wissen, wann die Fische sich wo aufhalten. Es sind nicht immer die tiefsten Stellen an denen sich die Fische aufhalten, sondern die Stellen welche zu dem noch Schutz finden. Hat man Gewässer mit Unterwasserhindernissen wie Bäumen und Sträuchern in der Tiefe, ziehen sich die Fische an solche Spots zurück. Es bringt den Fischen nichts, wenn diese weit draußen auf dem offenen See stehen. Dort sind in den meisten Fällen keine Nahrung und viel Schlamm. Bei der Location gibt es jedoch weitere Punkte zu beachten als nur diesen kleinen Anhaltspunkt. Im Laufe des Jahres ziehen die Fische immer der natürlichen Nahrung hinterher, das heißt im Frühjahr im Flachwasser auf der Suche nach kleinen Würmern und Larven, Sommer in tieferen Bereichen auf Muschel und Krebssuche, im Herbst in tieferen Wassern da sich auch die natürliche Nahrung zurückzieht. Auch im Winter müssen die Fische fressen, daher halten diese sich oft in der Nähe der natürlichen Nahrung auf. Die natürliche Nahrung zieht sich vorzugsweise direkt in tiefer gelegene Hindernisse zurück um zu überwintern, daher sollten wir nach solchen Spots Ausschau halten.


In der Stille des Windes…


Ein wichtiger Punkt im Winter ist der Wind. Die Faustregel immer mit dem Wind ist hier fehl am Platz, da sich auflandig kalte Wassersichten bilden welche die Fische meiden. Daher ist es wichtig immer im Schatten des Windes zu suchen, da dort die Wassertemperastur oft höher ist. Diese Wassertemperatur wird natürlich von kleinen Hochdruckgebieten beeinflusst, welche oft Sonnenstrahlen mit sich führen und so die Fische auftauen. In den meisten Fällen werden die Fische von der Sonne wieder aktiv und genau das ist die Phase, in der wir die besten Chance haben einen Fisch zu fangen.
Das Futter ist in dieser Zeit einer der wichtigsten Faktoren. Benutzen wir das falsche Futter, kann unser Vorhaben Winterkarpfen ganz schnell nach hinten losgehen. Das Futter muss so beschaffen sein, dass es bei kalten Temperaturen schnell seine Lockstoffe an das Wasser abgeben kann. Dabei sind Inhaltsstoffe wie Fischöl sehr hinderlich da sich dieses bei kaltem Wasser sehr schlecht im Wasser löst und somit der Boilie nicht arbeiten kann. Auch die Boilieoberfläche spielt eine wichtige Rolle, ist diese komplett geschlossen, kann das Wasser die Inhaltsstoffe nicht erreichen. Daher ist es wichtig, einen Boilie mit einer großen Oberfläche und einen hohen Anteil an Milchpulver zu benutzen. Milchpulver löste sich selbst bei kaltem Wasser recht gut und ist somit im Zusammenspiel mit der groben Oberfläche ein Idealer Boilie. Im Übrigen ruht die Faustregel „Im Sommer fischig, im Winter süß“ daher, dass die meisten Boilies mit einem hohen Milchpulveranteil eine Süße Geschmacksrichtung haben. Also kommt es mehr auf die Zusammensetzung als auf die Geschmacksrichtung des Boilies an. Bei dem Futter sollte man auf keinen Fall Partikel wie Mais verwenden, da der hohe Kohlenhydrateanteil die Fische nur zu schnell sättigt. Dennoch sollten wir das Futter mit weiteren Bestandteilen versehen, welche die Attraktivität noch weiter erhöhen. Neben den Boilies verleiht Grundfutter und das passende Liquid dem Futter Leben. So lösen sich einzelne kleinst Partikel und steigen Richtung Oberfläche. Dieses lockt Weißfische an und das tummeln weckt dann auch unsere Freunde und regt die Aktivität an.



Jetzt also raus mit euch in den Schnee!!! Bedenkt, es sind nicht die Größen der Fische, sondern die Umstände in denen man die Fische fängt welche unsere Leidenschaft ausmacht!!!



Egal wie Groß…

Der Fluss des Lebens Part 1 – Das Frühjahr

Die dicke Schneedecke und die vorbeitreibenden Eisschollen zerreißen mich zu tiefst. Der Anblick der Szenerie ist so schmerzlich, wo einst noch der Bissanzeiger schreit und mein Herz zum rasen brachte, herrscht jetzt völlige Leblosigkeit. Unwirklich und lebensfeindlich liegt der Fluss, der sonst so voller Leben ist, vor mir. Die letzten Sessions verblassten schon fast in Vergessenheit und die Sehnsucht nimmt immer mehr Besitz von mir ein. Mein Blick schweift über die feindliche Landschaft, meine Gedanken drehen sich nur um eins… Wo sind die Fische, wo halten sie sich auf, wo fressen sie zuerst wenn die Temperaturen wieder steigen. Das Fischen ist durch Treibeis und deutlich erhöhten Wasserstand unmöglich. Dennoch zieht mich mein Fluss des Lebens Tag für Tag an seine Ufer. Alles begann als ich mit 12 Jahren das erste Mal vor dieser Schönheit stand, ich war gefesselt von der Größe, von der Strömungsgeschwindigkeit und dem nicht endenden Stellen. Hier zu fischen… was für ein Traum. Die Jahre vergingen und ich entwickelte mich nach und nach weiter. Erst Friedfisch dann Raubfisch doch nichts von dem konnte das tiefe Verlangen in meinem Herzen stillen. Es war ein Ruf aus meinem Inneren, der nicht verhallen wollte. Egal wie groß die Aale oder Hechte waren, es schien mich nicht zu erfüllen. Bis eines Tages ein großer Spiegler meinen Köder nahm. Der Kampf, das Adrenalin, die Szenerie… Unbeschreiblich. Es schein als passe alles zusammen. Der Moment brachte die Stimme zum Schweigen, der Moment brachte mich zu Ruhe. Jetzt war es passiert… Ich fand meine Leidenschaft, mein Leben. Seit dem Tag ist schon viel Zeit vergangen, doch fühle ich mich als ob der Tag erst gestern war.
Die wärmenden Sonnenstrahlen treffen auf den kalten Schnee und lassen diesen endlich langsam verschwinden. Die Natur erwacht langsam, kleine Schneeglöckchen durchbrechen den kalten Boden. Ich merke wie sich meine Stimmung positiv erhebt, wie ich zu strahlen beginne. Endlich ist der Winter vorbei und die ersten Boten kündigen das Frühjahr an.
Jetzt heißt es Location und die Fische suchen. Mit dem verschwindenden Schnee steigt das Wasser der Elbe wieder, das kalte Wasser im Strom lässt die Fische in wärmere Abschnitte verschwinden und genau diese gilt es jetzt zu finden. Mit dem Boot mache ich mich jetzt auf die Suche nach dem Gold des Stromes. Die Wassertemperatur pendelt sich jetzt im März bei 7 Grad ein.

Während mein Blick ruhig über das Wasser schweift, sammeln sich Tausende Gedanken in mir. Viele Fragen und doch kaum Antworten. So viele Jahre, so viele Sessions habe ich hier schon erlebt. Doch jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Frage, wo sind die Fisch in diesem Jahr? Wie hat sich das Winterhochwasser auf die Standplätze der Fische ausgewirkt. Der Reiz der Elbe ist der Reiz des ewigen Neuanfangs. Nie kann ich mir sicher sein wo sich die Fische gerade aufhalten, wo sie fressen. Völlig in Gedanken nehme ich eine Einmündung war, wo ein alter Seitenarm in den Strom mündet. Die Fische lieben das ruhige Wasser im Frühjahr, zudem erwärmt es sich schneller in den flachen Bereichen des stillen Wassers. Ich fahre langsam in einem Altarm hinein, gespannt beobachte ich das Wasser und das angrenzende Ufer. Ich kenne diesen Arm kaum, die Ungewissheit und der Reiz führen mich an urig wirkenden Baumgebilden entlang. Der Wasserstand ist weit über normal und ist stellenweise über die Ufer getreten. Ich stoße weiter in das Flussgebilde vor, kein Strömungsdruck, keine Tiefenbereiche mehr. Die Sonne scheint auf das flache Wasser, jetzt bin ich gut 1 km von der Mündung entfernt, fahre um eine Kurve, sehe eine Idylle vor mir liegen, Fischreiher stehen im flachen Wasser, kleine Fische spielen im Flachwasser. Wo einst eine Wiese war, hat jetzt das Wasser die Überhand gewonnen. Ich schalte den Motor aus und lasse mich langsam in den Bereich treiben. Ich sehe wie sich Fische auf dem überfluteten Stück aufhalten. Ich genieße den Anblick und fahre weiter auf das Flachwasser zu. Auf dem Echolot kann ich die geringe Tiefe betrachten. Der Platz scheint ideal, vom alten Flussbett steigt eine sandige Kante direkt ins Überfluttete Gebiet. Mein Bauchgefühl sagt mehr als Ja zu dieser Stelle, ich kriege ein wahres Bauchkribbeln bei genauer Betrachtung dieser Stelle. Hier soll also alles beginnen, hier werden nun die ersten Sessions an der Elbe starten. Ich füttere den Spot mit ca. einem Kg Partikel und wenigen 10 mm und 15 mm Boilies. Jeden zweiten Tag wiederhole ich jetzt das Füttern. Immer wieder sehe ich unter den kleinen Fischen große Schatten ziehen ich halte es kaum noch aus bis ich das erste Mal fischen kann.

Die Arbeit hat mich fest im Griff doch ich halte es kaum noch aus, ich will fischen. Ich legen meine Sessions jetzt in die frühen Morgenstunden, in die Zeit wo die Fische am aktivsten sind.
Dieses Jahr soll etwas Besonderes werden, in diesem Jahr wird alles anders denn die Video CAM läuft ständig mit. Es ist ein Gedanke, ein Vorhaben all mein Wissen über den Fluss in einen Dokumentarfilm zu bringen. Nichts wird aus den letzten Jahren reingeschnitten, nichts wird gefaked. Alles ist wie es ist. Es kommt mir auf die Wirklichkeit an, welche ich bei anderen oft sehnsüchtig vermisse.
Jetzt ist der erste Morgen gekommen, der Nebel liegt über dem Altarm, es sind noch keine Blätter an den Bäumen zu sehen, noch kein Grün. Alles wirkt noch leblos und kalt, die Wassertemperatur ist jetzt bei 8 Grad und steigt langsam. Ich baue mit Herzklopfen mein Takle auf. Das Futter ist bereits im Wasser und beginnt zu wirken. Ich stehe bis zu den Knien im Überflutungsgebiet. Nur wenige trockene Stellen gibt es hier. So gut wie alles muss ich im Wasser machen, doch ich weiß das hier Fisch ist, ich bin mir so sicher… Für meine Ruten wähle ich nur leichte, sensible Montagen die ich dem Untergrund anpasse. Ich verwende ein langes Leadcore und ein Flying Beacklead welches die Schnur am Grund hält. Das Rig setzt sich aus einem 121 g Inline Blei und einem 15 lbs. Vorfach mit einem 8´er Haken zusammen. Durch die vielen Pflanzen muss ich zu meinen 13 ft. Ruten greifen. So habe ich die Zentimeter um die Schnur über dem Dickicht zu halten. Ich beködere jetzt kleine Köder aus Partikeln und kleinen Boilies. Jetzt ist es soweit, die erste Montage fliegt die 20 m in Richtung der Kante, die zweite folgt. Ich platziere die Montagen direkt vor dem Unterwasserdjungel. Die Eine in etwas flacherem Wasser die andere etwas mehr ins tiefere. Ich fische jetzt in knapp 1,20 und 1,60 m. Zum füttern gehe ich durch die gewässerte Wiese, bis zur Brust muss ich rein, um meine Plätze füttern zu können.

Es ist ein irres Gefühl hier zu sein und die Spannung wieder zu erleben. Ich sehe die ersten Fischaktivitäten, die Kamera läuft, blasen steigen, ein Schwall, Wahnsinn sie sind da. Ich bin hier richtig! Die Ruten schweigen und das bleibt auch so während meiner ersten Short Session. Ich verlasse den Platz nach 4 Stunden mit einem guten Gefühl, die Fische haben den Platz angenommen und es ist nur noch eine Frage der Zeit bis der erste Lauf kommt. Am nächsten Morgen mache ich mich wieder auf den Weg zum Platz denn jeder Tag kann jetzt entscheidend sein. Ich verteile die Montagen wieder auf der Kante und das Futter im brusttiefen Wasser. Nach einer halben Stunde zeigen sich die Fische, leise sitze ich auf meinem im Wasser stehendem Stuhl. Dann der erste Piepser, mein Herz setzt fast aus… der Zweite folgt, die Schnur fällt zusammen. Jetzt gehe ich schnell an die Rute. Nehme schnell die Spannung auf, oh nein… eine Brasse. Mein erster Fisch, eine Brasse. Egal, langsam gleitet die Brasse wieder in ihr Element. Die Fische sind da, ich spüre es förmlich. Ich sitze auf meinem Stuhl, die Kamera ist auf die Ruten gerichtet und läuft. Da schießt das Adrenalin durch meinen Körper, mein Herz rast, als wie aus dem nichts mein Bissanzeiger schreit! Ja! Die Rute biegt sich, die Schnur fliegt von der Rolle. Ich halte gegen und laufe dem Fisch mit dem Kescher entgegen. Ich kann bereits einen goldenen Körper sehen, welcher in der nächsten Flucht wieder verschwindet. Ich genieße den Moment durch und durch. Der Fisch zeigt Flanke und ein schöner Spiegler wandert in meinen Kescher. Ich schreie vor Glück, kein Rekord, nein es zählt mehr als das Gewicht! Ein mittlerer Spiegler liegt in meinen Armen. Endlich, endlich... Ich beschließe den Platz zu verlassen. Ich möchte die Fische nicht zu sehr stören. Daher füttere ich rund 2 Kg Partikel und Boilies und verlasse meine Traumwelt. Am folgendem Morgen ist es wieder soweit und ich verlasse mein Bett. Zurück ins wahre Traumland, ans Ufer des Altarms. Als ich am Platz ankomme stockt mir der Atem, die Kulisse ist unbeschreiblich schön. Ein Nebelfeld bettet den urigen Bereich komplett ein und schafft einen Anblick welcher einem den Atem nimmt.

Die Montagen wandern auf ihren Platz und ich streue das Futter ins brusttiefe Wasser. Die ersten Fische zeigen sich bereits kurze Zeit später. Ich halte die Landschaft in Bild und Ton fest während mein Bissanzeiger zu schreien beginnt. Wow wieder eine Überdosis an Adrenalin. Nach einem kurzem Drill habe ich einen kleinen Schuppi in den Händen, wie gemalt und wunderschön. Die darauffolgenden Stunden belohnen mich mit weiteren Fischen. Ich kann es kaum realisieren. Vor laufender Kamera folgt ein Biss dem anderen. In 4 Stunden habe ich unglaubliche 6 Läufe! Was ist das hier…! Der folgende Tag sollte es jetzt zeigen ob sich die Fische am Platz halten, ich habe immer den Blick auf den Wasserstand und die Wassertemperatur gerichtet. Die Wassertemperatur nährt sich bereits der 9,5 Grad Marke, das Wasser fällt langsam. Jetzt ist es wichtig jeden Tag an der Stelle zu sein, denn bei einer Wassertemperatur von 12 Grad könnte Schluss sein, da sich die Fische dann in die Elbe zurückziehen und dort beginnen zu fressen. Sie könnten den Spot verlassen, daher muss ich jetzt jede Möglichkeit nutzen die Fische abzufangen bevor diese den Altarm verlassen.
Es ist der erste April, in tiefer Hoffnung dass es kein Aprilscherz wird fahre ich wieder ans Wasser. Der Wasserstand ist wieder etwas gesunken, die Sonne hat das Wasser an dem Tag weiter erwärmt und wir nähren uns der 10 Grad Marke. Schnell trage ich mein Takle wieder zum Platz, die Abhakmatte landet wieder im Wasser. In voller Routine fliegen die Montagen auf ihre Plätze, die Kamera wird fokussiert und das Futter prasselt ins Wasser. Voller Spannung beobachte ich wieder das Wasser, bereits nach dem ersten Füttern kann ich die ersten Aktionen auf dem Platz erkennen. Der erste Piepser holt mich in die Realität zurück, ein zweiter folgt kurze Zeit später. Was wird sich wohl hinter diesem sachten Biss verbergen? Der Fisch folgt meinem Druck ohne große Gegenwehr, im flacheren Wasser spüre ich dann doch etwas mehr Gewicht. Ich sehe schon das Leadcore und lege den Kescher in Richtung des nahenden Fisches, in der Vermutung das dieser gleich zum Keschern bereit ist. Das Blei durchbricht die Wasseroberfläche, in einem Bruchteil einer Sekunde erkenne ich mein Gegenüber, bevor das Wasser explodiert… Graser! Jetzt kreischt die Bremse und die Rute neigt sich. Zum Glück hatte ich die Bremse noch leicht geöffnet, die Fluchten schlagen stark in die Rute! Schließlich muss sich der Graser nach einigen Minuten geschlagen geben. Ein letztes Mal kocht das Wasser bevor der Fisch in den Maschen verschwindet. Mein Schrei durchbricht die Stille der Landschaft. Ein Graser und das bei unter 10 Grad Wassertemperatur und gleich über 15 Kg… Wahnsinn! Ich genieße den Moment indem der Fisch langsam wieder in sein Element verschwindet.

Die Rute lege ich wieder mit 2 Maiskörnern an einem kurzen Vorfach aus. Gespannt betrachte ich das Wasser und bin in tiefen Gedanken als der i-3 mich überraschend wieder zurückholt. Dieses Mal ist es die rechte Rute. Der Fisch zieht ruhig seine Bahnen und lässt sich nur schwer vom Grund lösen. Nach einer Weile durchbricht der erste hohe zwanziger Schuppenkarpfen die Wasseroberfläche. Ich kann mein Glück kaum fassen, jeden dem ich von meinem Glück erzählen will, hält es für einen Aprilscherz… Ich auch, als erneut die Rute abläuft. Jetzt geht es wieder los… Die Schnur wird von der Rolle gerissen, die Rute neigt sich. Ich gehe im hüfttiefen Wasser dem Fisch hinterher, er macht sich schwer, bleibt jedoch dicht unter der Oberfläche. Ein großer Spiegelkarpfen durchbricht das aufgewühlte Wasser! Jetzt drehe ich fast durch… Was für ein Fisch! … Das auch noch am 1. April… ich packe zusammen… Ich muss wieder arbeiten... Ich lasse rund 5 kg Partikel und 2 Kg Boilies auf dem Spot. Auf der Fahrt überlege ich die ganze Zeit was da gerade abging.

Alles fing also mit einem Umdenken an, nicht mehr die normalen Stellen, nicht erst in den Seen fischen und im Mai bei über 12 Grad in der Elbe anfangen zu fischen. Akribisch und genau fuhr ich rund 10 km mit dem Boot ab, auf direkter Suche nach den Fischen. Ich habe mich selbst überwunden an dem Platz zu fischen. Ließ mich nicht, wie die meisten davon abschrecken nur wenige Stunden fischen zu können und diese Stunden auch noch fast ausschließlich im Wasser stehend zu verbringen. Mein Futter habe ich genau der Jahreszeit angepasst, meine Montagen habe ich genau an die Beschaffenheit der Stelle angepasst und vor allem habe ich die Fische gefunden. Hier suchen diese nach Nahrung, hier sonnen sie sich, hier werden sie leichtsinnig weil Sie nicht damit rechnen dass ich da bin.
Die kommenden Tage vergehen und es läuft weiter wie im Traum, das Wasser sinkt stetig und erwärmt sich dazu rasch. Mir ist klar, dass es bald vorbei ist und die Fische in den Strom ziehen. Seit einer Woche habe ich die Fische auf dem Platz und habe bereits 18 Fische gefangen, dennoch beschließe ich mir parallel einen neuen Platz im Strom zu suchen. Aber bevor ich mich vom Altarm verabschiede steht noch ein letzter Abend an. Dies soll die letzte Session werden bevor ich an der Elbe beginne. Die Sonne hat das Wasser ordentlich erwärmt, die Natur erwacht zum Leben. Ich sehe die Graser kommen und schaffe es sie zu filmen, sie rollen und schieben durch den flachen Unterwasserdschungel. Die Sonne singt genau vor meinem Platz, das Licht der Sonne färbt sich rot, die Fische scheinen verschwunden zu sein. Doch ein leichter Fallbiss und ein schlagen in der Ruten spitze signalisiert einen Biss. Schnell gehe ich zur Rute, der Fisch folgt als wäre es eine Brasse, doch ich spüre das Gewicht ist viel höher. Es muss wieder ein Graser sein. Der Fisch durchbricht die Oberfläche, ein Wahnsinns Graser! Er liegt vor mir, schon nach wenigen Minuten, ich traue mich nicht den Fisch zu keschern. Er ist noch nicht ausgepowert. Doch er bekommt einfach nicht mit was ihm passiert. Ich führe dann doch den Kescher unter ihn, die Maschen umschließen ihn, jetzt weiß er was los ist und das Wasser explodiert, spritz in alle Richtungen. Doch es ist zu spät, ich habe ihn! Ich schreie den Altarm zusammen, Vögel flüchten aus den Baumkronen. Ich habe ihn!!! Einen Zielfisch, bereits im April, die Waage schiebt sich über die magische 20 Kg Marke du ich breche das Wiegen ab. Mein Traum wurde wahr. In all den Jahren bin ich immer kurz von der 20 Kg Graser Marke in der Elbe gescheitert doch vor laufender Kamera gelingt es mir… Ich werde von Emotionen überwältigt, ich bin im Traum und das im Schein der goldenen Sonne. Was für ein Moment, was für ein Abend.

Lange sitze ich noch am Ufer und lasse die letzten Tage Revue passieren Fast 20 Fische konnte ich in wenigen Stunden fangen, darunter Spiegler, Schuppis und Graser. Die Größen scheinen unglaublich 10, 20, 30 und 40 Pf. sind bereits gefallen. Jeder der im Fluss angelt, weiß wie schwer es ist die Fische in den riesigen Wassergebilden zu finden und dann noch solch Größe… Unbeschreiblich! Eine Woche veränderte alles, ich fuhr lediglich von 6 – 10 Uhr morgens zum fischen, genau zu dieser Zeit kamen auch die Fische. Jetzt habe ich mit dem Altarm abgeschlossen, der Wasserstand ist runter, die Überschwemmung ist verschwunden, die Wassertemperatur liegt über 12 Grad. Die Zeit ist gekommen mit der Location im Strom zu beginnen, sich der Größe zu stellen, die Herausforderung anzunehmen. In den kommenden Tagen fahre ich immer mal wieder zum Altarm, doch mit meiner Entscheidung lag ich richtig. Die Fische waren verschwunden, wo einst meine Montagen lagen konnte ich nun trockenen Fußes stehen, ein irres Gefühl. Doch die Zeit ist gekommen für das schwerste Stück, der Fluss der mir schon so viel abverlangte, der mich so in seinen Bann gezogen hat. Ich folge dem Ruf…

 

Christian Graßhoff

Der Griff nach den Sternen,


Beschreibung: D:\Christian\Angel Berichte\Der Griff nach den Sternen\Bild 1.JPG


Der schwarz Lackierte Blank spiegelt sich im Mondschein als die Ruten spitze wieder ins Wasser gerissen wird. Mein gegenüber flüchtet unters Boot und ich kann ihn kaum halten. Meine  Rute ist durchgehend gebogen, die Schnurr rast von der Rolle. Mit einem Lächeln auf den Lippen genieße ich die beeindruckende Szenerie. Harte Schläge fahren durch mich durch während der Fisch traumhafte Fluchten hinlegt. Es ist ein Moment des Seins, des Ichs. Vergessen sind alle Niederlagen der Vergangenen Monate. Anglerisch lief es mal kaum und privat wusste ich nicht mehr wo mir der Kopf steht. Kurz vor meinen persönlichen Armageddon flüchtete ich wieder ans Wasser. Genau zu dieser Session an der ich euch jetzt mitnehme…
Eine Menge Gedanken wecken eine tiefe Unruhe in mir und ich kann es kaum erwarten ans Wasser zukommen. Ich will einfach nur fischen und abschalten können. Da kommen die 3 Nächte gerade recht. Zu meinem Glück schließt sich auch Denny meiner Tour an einen Kiessee in Brandenburg an. Ich kenne den See bereits und so konnten wir zielstrebig den Platz anfahren. Einige Plateaus erstrecken sich unter Wasser. Einige sind eher kleiner und andere haben Durchmesser von 20 m. Wo nur Ablegen. Ich entscheide mich für ein Plateau wo es von 8m langsam auf 6m dann schnell auf 4 m aufsteigt. Mit dem Lotblei taste ich den Grund ab, steinhart! Beim langsamen Ziehen spüre ich deutlich, wie das Blei über kleine Steine oder Muscheln schleift. Beim Hochholen das Gewissheit. Eine kleine Dreikantmuschel hatte sich an meiner Schnurr verfangen. Damit habe ich einen perfekten Platz gefunden.  Denny findet einen ähnlichen Spot nach genauem Loten rund 120m von meinem Entfernt. Es ist schon beeindruckend vieles Struktur der See bietet. An manchen Stellen erstrecken sich kleine Spitzen von 9 m bis auf 3 m an anderen Stellen folgt ein Plateau dem nächsten. Aber wir haben uns jetzt entschieden und mein Bauchgefühl gibt mir ein gutes Gefühl. Also los geht es endlich mit dem Set Up, Anfüttern, Montagen fertigen und Ablegen.


Beschreibung: D:\Christian\Angel Berichte\Der Griff nach den Sternen\P1000532.JPG


Meine Montage lege ich in 6,2 m tiefe am Rand der Steif aufsteigenden Kante die andere etwas weiter weg in 4 m Tiefe. Ich füttere den Spot großzügig mit 5 kg Red Spice Fisch in 18 – 30 mm Durchmesser. Als Köder kommt ein 30 mm Red Spice zum Einsatz. Der Platz liegt etwa 260 m Entfernung und einige Scharfkantige Muschelbänke liegen dazwischen. Daher entscheide ich mich für eine lange Leadcore Safety Montage und einer 150 m langen chronische Schlagschnur welche von 30 lbs. auf 60lbs geht.


Beschreibung: D:\Christian\Angel Berichte\Der Griff nach den Sternen\Bild 2-2.JPG


Perfekt für die Nacht gerüstet ging es erst mal in die Chairs und der Kocher wurde angeworfen. Ja perfekt Glühwein Zeit! Nach langen und sehr lustigen Gesprächen verflog die Zeit .Die Nacht wurde sehr kalt und Kalt worden wir auch erwischt als wir am nächsten Morgen, ohne eine Aktion an den Ruten, aufwachten. Mist geblankt.
Der Bestand im See lässt sich hier schlecht einschätzen da eine direkte Verbindung zu einen Fluss hat und bei einer Fläche von weit über 100 Hektar ist es auch nicht gerade leicht die Fische zu finden. Wir vertrauten aber voll auf unseren Riecher und den Ködern. Mir war klar dass es noch zu einem Biss kommen würde. Was die Größe der Fische angeht war mir nicht viel bekannt. Lediglich die Natürliche Nahrung an Dreikantmuscheln und Bachflohkrebsen sprachen für gut genährte Fische. Der Tag verflog ohne einen Biss. Am Abend dann endlich einige Aktionen auf dem Wasser. Rollende Fische. Year wir sind hier richtig! Die Nacht brach herein und die Temperatur ging wieder in die Talfahrt. Der Himmel klärte sich auf und der Vollmond erstrahlte die düstere Waldlandschaft. Jetzt endlich meldet sich meine linke Rute! Vollrun! Jetzt ging alles schnell. Mit der Rute ins Boot und erst mal zum Spot. Dann erst Kontakt aufnehmen und drillen. Ja etwas Gewöhnungsbedürftig einen Run nicht an zu nehmen sondern ihm weiter laufen zulassen und erst mal 260 m zum Fisch fahren. Doch wie anfangs geschrieben liegen viele scharfkantige Muschelbänke zwischen Mir und dem Fisch. Die Schnurr könnte sich an einer Muschelschale beschädigen oder gar verschnitten werden. Ein Fischverlust wäre da vor programmiert. Also zusammenreißen und nicht von Land aus drillen…  Endlich über dem Fisch angekommen legt der richtig los und gibt Gas. Meine Rute aber federt viele Fluchten ab ohne das der Fisch schnurr bekommt. Endlich durchbricht ein guter Schuppi der 20 Pfund Klasse die Wasseroberfläche. Der erste Kescher versuch gelinkt und mein Erster Karpfen liegt im Boot! Meine Freude ist groß und Denny beglückwünscht mich bei der Ankunft am Platz. Schnell versorgten wir den Fisch und schossen gleich einige Bilder damit der Schöne wieder in sein Element zurück kann.


Beschreibung: D:\Christian\Angel Berichte\Der Griff nach den Sternen\1.JPG


Jetzt Bist du dran! Sagte ich zu Denny. Geht klar… Um 22 Uhr war es so kalt geworden das wir uns in die Zelte zurückzogen. Auch die Wassertemperatur ging unter die 10 Grad Grenze. Jetzt mussten die Fische einfach anfangen zu fressen.  Um 0.30 Uhr ging Denny seine Rute dann ab. Zusammen ging es über den Fisch. Schöne Fluchten legte der Fisch hin doch Denny drillte den Fisch souverän und so landete auch der Fisch schnell im Boot. Wieder ein schöner Schuppi diese Mal aber einer der hohen Zwanziger!


Beschreibung: D:\Christian\Angel Berichte\Der Griff nach den Sternen\Bild 4.JPG


Ich beglückwünschte Denny zu seinem Fang. Wundervolle Fische die atemberaubende Drills liefern… Was will man mehr! Auch dieser Fisch durfte gleich wieder schwimmen. Wir saßen unterm Schirm und freuten uns über die beiden Fische. Als meine linke Rute wieder abging. Hammer die Fische konnten wohl meinen Red Spice Fish wieder nicht wiederstehen. Jetzt los ab zum Fisch! Beim schnellen ein kurbeln betrachtete ich den Vollmond welcher ein einmalig schönes Gesamtbild der Szenerie erzeugte. Das klacken des Schlagschnurknotens, welcher durch die Ringe glitt, kündigte die letzten 150 m an. Die Schlagschnur wird dicker…  Jetzt Stopp wir sind am Fisch! Doch was ist das. Kaum Gegenwehr und der Fisch folgt meinem Druck an die Oberfläche? Falsch gedacht er begriff jetzt erst was los war. Mit großem Druck schoss er los und ich hatte Mühe die Rute zuhalten. Was ist das denn jetzt? Die Schnurr flog von der Rolle und die 3,5 lbs. ging in die Neigung wie noch selten zuvor. Mir wird klar… Der Ist Groß. Ich spüre beim gegen halten ein hohes Gewicht am Ende der Schnurr. Der Fisch zieht weiter und das Boot wird einfach mitgezogen. Ich habe Mühe den Fisch zu bremsen und die Rutenspitze aus dem Wasserzuhalten. Seine Fluchten fahren durch meinen ganzen Körper und meine Beine zittern im Klang der Rollenbremse. Endlich gibt der Fisch etwas nach und kommt Richtung Wasseroberfläche. Im Mondschein zeigt sich kurz ein riesen Körper der mit einem Schwanz schlag wieder in die schwarze Tiefe verschwindet. Weiter geht der Drill aber mir ist ganz anders nach dem Anblick. Denny konnte den Fisch nicht sehen und ich sage nicht was ich da an der Schnurr habe. Einige Wasservögel flüchten vor unserem Gespann als wir  uns ihnen nährten. Der Drill zerrt an den Kräften und nach endloser Zeit durchbricht der Fisch die Wasseroberfläche und liegt neben dem Boot. Schnell schiebt Denny den Kescher unter den Riesen. Ich bin völlig sprachlos und sitze Bewegungslos im Boot. Yeeeaaaarrr! Schrei ich in der Nächten Sekunde über den See und die restlichen Wasservögel beendeten ihre Nachtruhe abrupt. Ich hebe den Fisch ins Schlauchboot und Muss beim zweiten Versuch alles Kräfte mobilisieren um den Fisch ins Boot zu heben. Wow so einen Riesen habe ich noch nicht gesehen! Ich sah Denny an und sagte… Alter was hab ich denn hier gefangen… Sprachlos sitzen wir beide im Boot und starrten auf den Massigen Spiegler. Schnell ging es an Land zurück. Ich kann mein Glück nicht fassen und komme gar nicht klar. Die Waage durchbricht deutlich die 20 Kg Marke und ich wollte das genaue Gewicht gar nicht mehr Wissen. Der Fisch bedeutet mir persönlich so viel dass ich ihn nicht mit einen Gewicht in eine Schublade stecken will. Viele können das nicht verstehen aber für mich ist das Gewicht einfach zweitrangig! Lange sitze ich noch alleine Unterm Schirm und lasse immer wieder bei einer Flasche Sekt das geschehende Revue passieren. Um 5 Uhr merke ich dann die Wirkung meines Revue passieren lassens und entscheide mich lieber die Ruten rein zu holen. Denn in diesem Zustand will ich nicht mehr aufs Wasser. Zu gefährlich wäre es dann einmal über Bord… Denk auch ihr Mal darüber nach und werdet euch der Gefahr bewusst!


Beschreibung: D:\Christian\Angel Berichte\Der Griff nach den Sternen\Bild 5.JPG


Am nächsten Morgen merke ich nur noch im Kopf die Sekt Wirkung.  Aber egal schnell raus und nach dem Fisch schauen. Kein Traum!!! Ein Gigant liegt vor mir. Deutlich über einen Meter Lang und massive Gebaut. Jetzt in aller Ruhe die Bilder schießen. Dennys Freude über den Fisch ist auch sehr groß. Es ist immer wichtig ehrliche Freunde zuhaben die sich mit einen Freuen können. Die Fotosession ist Hart aber genau das wollen wir ja alle. Der Fisch ist gezeichnet von  den vielen Jahren und es ist für mich eine große Ehre den Fisch in den Händen zu halten. Es ist ein Traum den ich erlabe und in vollen Zügen genieße. Sogar die Wolken lassen die Sonne in dem Moment durch.  Jetzt Atme ich tief durch und verabschiede mich von dem Fisch. Langsam zieht er, im klaren Wasser, ins Tiefe. Was für ein Anblick, was für ein Moment! Das ist Karpfenangeln… Das ist mein Leben!


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Denny sein Spod brachte leider keinen weiteren Fisch. Schade dabei hatte ich ihm so einen weiteren Fisch gewünscht. Am Nachmittag war es dann wieder soweit die Montagen auf Tauchgang zuschicken. Meinen Spod ließ ich jetzt mit 10 kg Boilies erst mal über 12 Stunden Ruhen, so dass die Fische ohne dass Montagen am Platz lagen fressen konnten. Ich entschied mich wieder für meinen 30 mm Big Ball, die andere Rute legte ich rund 40 m, entfernt vom Spod auf eine Tiefe von 6,60 m. Diesen Platz fütterte ich mit einer Mischung aus 16 mm Pelletts und dem White Halibutt. Dieser Boilie durchläuft gerade seine Testphase. Er besteht im Grunde aus einem Milchpulver Mix, Fischprotein und mini Pelletts die ihm eine grobe Struktur geben. Bei dem Mix arbeitet der Boilie gerade bei kaltem Wasser hervorragend.

Schnell abgelassen geht es zurück zum Camp. Die Dunkelheit bricht herein doch die Temperaturen halten sich etwas oben. Bei 6 Grad kommt es uns schon sehr Warm vor. Bei einem sehr interessanten Telefongespräch mit Markus Lotz höre ich plötzlich meinen Bissanzeiger  um Hilfe schreien! Ich ruf zurück rief ich nur während ich durch die Äste fegte. Jetzt ab zum Fisch. Wieder rasten wir übers Wasser in Richtung Fisch. Der Fisch machte Druck doch diese Mal hatte meine X – Flite keine Probleme. Ich ließ den Fisch nicht mehr fort und konnte einen herrlichen Gold Schuppi der oberen 20pf Grenze Keschern. Was für ein Fisch! Wunderschön und wie aus dem Ei gepellt. Präsentiert sich der Fisch im Schein der Kopflampe. Zurück an Land bestaune ich den Fisch weiter. Der muss leider noch etwas auf seine Freiheit warten.


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Auf der Fahrt zum Spod kann ich mein Glück noch gar nicht glauben! Am Spod angekommen sehe ich auf dem Echolot einige große Anzeigen. Man hier ist schonwieder was los. Denke ich mir und verteile 5 kg Boilies. Meine Montage lege ich wieder in 6,20 m ab. Ich genieße die klare Luft und fahre zum Camp zurück. Einige Wasservögel sehe ich im Mondschein in Gruppen auf dem Wasser schwimmen. Völlig desinteressiert beachten sie mich nicht weiter. Langsam wird mir kalt und ziehe mich wieder in den Schlafsack zurück. Los jetzt bist du dran sage ich zu Denny. Ich schließe die Augen und werde um 0 Uhr wieder wach. Ich schaue mir noch einmal die Bilder auf der Cam an als ein einzelner Pieper durch die Nacht halt. Ich schaue kurz zu den Ruten. Wieder die linke! Ich greife nach meine Wattstiefeln als die Rute Sekunden Später voll abläuft. Oh der Fisch hat es eilig. Schnell bin ich im Boot. Denny bleibt an dieses Mal an Land um mich per Licht zum Camp zurückzuführen. Jetzt bin ich über dem Fisch. Doch was ist das! Ein harter Druck bringt meine Rute wieder in die Knie. Ich halte die Luft an denn ich weiß… Großfisch! Zu groß ist die Kraft welche hier am anderen Ende hängt. Der Drill geht jetzt richtig los und ich fange an ihn in vollen Zügen zugenießen. Ich blende alles aus. Es zählt nur noch das hier und jetzt. Ich und der Fisch in einer Wahnsinns Vollmond Kulisse. Letzt steht er unterm Boot und macht sich einfach nur schwer. Stück für Stück  wird er langsam schwächer und durchbricht die Wasseroberfläche. Wow ein Dicker Spiegler! Mein Jubelschrei halt durch die Stille der Nacht als ich den Fisch im Kescher habe. Rein ins Boot. Ohhh Mist das ist schwer… Bekannt schwer J Die Waage durchbricht wieder die 20kg Marke. Wahnsinn. Was für eine Session.


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Was für ein Gefühl der Glücklichkeit! Ich starre Denny an „ was passiert hier…“ Denny freut sich mit mir über den Fisch. Jetzt bist du aber dran! Ich fahre die Rute wieder an ihren Platz lange stehe ich im Boot am Platz und versuche zu begreifen was hier abgeht. Man ist das Geil! Die Rute wandert wieder schnell in die finstere Tiefe. Einige Fische kann ich wieder auf dem Plateau sehen. Die Fische scheinen den Platz nicht mehr zu verlassen. Ich füttere jetzt 5 kg nach und lege meine 30 mm Falle direkt rein. Mit der Rute in der Hand geht es wieder in Richtung Licht und einen wärmenden Getränkes. Jetzt sind wieder alle Waffen scharf. Ich schaue an den See raus und genieße die klare kalte Luft. Was für eine Session. Ich lege mich wieder auf meine Liege doch an Schlaf kann ich nicht denken. Ich bin hell wach. Voller Glückgefühl und Adrenalin. Mein Blick schweift über das Ufer. Als erneut der Bissanzeiger aufheult. Jetzt ist es die White Halibutt Rute. Anscheinend kommen die Fische auch nicht an dem Köder vorbei. Volle Kraft zum Fisch. Ich lache eigentlich nur noch als ich wieder mit krummer Rute auf dem Boot stehe. Schnelle Fluchten jagen durch die Rute doch die Rute arbeitet wieder bestens so dass der Fisch nicht weg kommt. Nach einigen Fluchten schiebt sich ein schöner Schuppi durch die Wasseroberfläche. Ab ins Boot und an Land mit dem kleinen. Als ich mir den Fisch nähr betrachte und meinen 4 er Haken entfernen wollte, sah ich sein deformiertes Maul. Völlig verwachsen.


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Nach seinem Körperbau zu Urteilen störte das aber nicht bei der Futter Aufnahme. Ein wahrer Kämpfer konnte jetzt wieder in sein Element zurück.


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Überglücklich legte ich die Rute jetzt aufs Pod. Ich beschloss sie nicht mehr rauszubringen. Es war 4 Uhr und ich wollte dann doch noch ein paar Stunden schlafen denn die Abreise stand an und der Arbeitsalltag  wird mir wieder einiges Abverlangen. Glücklich im Traumland warf ich mich auf die Liege, schloss meine Augen. Die Sonnenstrahlen schienen durch meine Tür. Ich atmete tief durch. Ist das jetzt wirklich alles passiert… Ich konnte den Gedanken nicht weiter ausbauen… Denn der Bissanzeiger holte mich wieder in die Realität! Der Fisch gibt Gas. Oh jetzt aber schnell zum Fisch. Doch am Futterplatz angekommen hole ich nur die Montage hoch… Mist Fisch verloren. Aber so ist es eben. Der Fisch hat seine Chance zur Flucht genutzt. Aber komischer Weise lachte ich im Boot wo sonst Ärger herrscht. Ich fütterte noch mal 10kg Red Spice und White Halibutt als Danke schön an die Fische für die Sternstunden die ich hier erleben durfte.

Denn ich musste jetzt langsam zusammenpacken aber was nach wichtiger war. Es warteten noch 2 Fische auf ihren Fototermin! Ich genoss jede Sekunde in dem ich die Fische in der Hand halten durfte. Wie lange habe ich auch solch einen Augenblick gewartet… Jetzt ist er da und ich nehme alle Eindrücke in mich auf. Nie werde ich diese Session vergessen, diese wunderschönen Fische und das perfekte zusammenarbeiten als Team!


Beschreibung: D:\Christian\Angel Berichte\Der Griff nach den Sternen\Bild 13.JPG


Leider passierte bei Denny nichts weiter. Wirklich Schade. Gerne hätte ich mich wieder mit Ihm über einen Fisch gefreut. Ich war sehr Dankbar für seine Freude die er mit mir über meine Fische teilte. Gerade wenn man als Team fischt ist es wichtig dass kein falscher oder negativer Neid aufkommt. Jeden erwischt es mal das nichts an seinen Ruten passiert und der andere fängt.  Ich selber habe das auch schon erlebt. Das gehört zu unserer Leidenschaft dazu und sich mit dem Anderen der fängt zu freuen ist wahre Stärke!
Meine Taktik ist an diesem See voll aufgegangen und ich konnte Traumfisch auf die Matte legen. Jetzt bin ich wieder im Arbeitsleben zurück und kann es aber immer noch nicht glaube was ich erleben durfte. Gefesselt von den zahlreichen Eindrücken betrachte ich die Bilder und staune…
Wahre Sternstunden wünsche ich euch auch am Wasser. Genießt jede Minute am Wasser denn das ist unser Hobby… unser Leben!


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Christian Graßhoff

Night Short

Ein leichtes Knarren meines Trollys halt durch die tiefe Nacht und lässt die Nachtbewohner des Sees aufhören. Leise lausche ich meinem Atem während ich, im Mondschein meinen Trolly durch die Nacht schiebe. Die Eindrückte schießen nur so auf mich ein. Ein kleines Nebelfeld hebt sich langsam vom See nur im Schein des Mondes bin ich auf dem Weg zum Platz. Es ist mittlerweile 2 Uhr Nachts und der Arbeitstag war hart. Der Arbeitsalltag hat mich fest im Griff. Doch die Sehnsucht ans Wasser zukommen ist zu groß als könnte ich sie Ignorieren.  Viele Gedanken gehen durch meinen Kopf. Was machst du hier bloß… Mit diesem Gedanken laufe ich in ein kleines Nebelfeld. Es ist toten Stille am Wasser und mir wird etwas anders. Der Mond scheint hell durch die Nebelschwaden und zeigt mir den Weg zum Platz. Es ist ein sehr stark befischtes Gewässer und ich möchte nicht auffallen daher lasse ich die Kopflampe aus. Die Nacht ist hell genug. Nach 15 min erreiche ich den Platz. Leise stelle ich den Schirm, Liege und die Ruten auf. Den Spod habe ich schon Tagelang unter Futter. Bevor ich jetzt auswerfe füttere ich noch ein paar Boilies bevor die Montagen raus wandern. So verscheuche ich die Fische nicht durch das Aufschlagen des Bleies sondern schrecke sie mit etwas Futter auf bevor mein Blei aufschlägt. Dadurch kehren die Fische schneller zurück. Oft hatte ich schon die ersten Bisse kurz nach dem auswerfen. Als würden sich die Fische gleich darauf stürzen. Jetzt platziere ich die Montagen vor einem kleinen Seerosenfeld in einer Bucht auf  1,20 m Wassertiefe.
Jetzt liegen die Ruten und ich falle auf meine Liege. Der Tag war hart doch diese einmalige Kulisse entschädigt für alles. Ich vernehme ein kleines platschen von meinem Spod. Scheinbar haben sich schon fische angefunden. Langsam werden meine Augen schwerer und unter dem Schein des Mondes schlafe ich ein… Ein Schriller Ton lässt mein Adrenalin durch die Adern schießen. Schnell bin ich an der Rute und der Fisch bringt die Bremse zum heulen. Harte Fluchten muss ich Abfedern damit der Fisch nicht in die Seerosen flüchtet. Nach einem harten Drill im Schein der aufgehenden Sonne halte ich meinen ersten dicken Spiegler in den Händen. Gefangen an einem sehr schweren See wo sonst alle paar Tage mal ein Fisch kommt. Glücklich darüber dass meine Taktik aufgegangen ist lege ich mich kurz wieder hin. Die Sonne gewinnt an Kraft und ich lasse den See hinter mir. Die Arbeit geht leider wieder vor. Die 4 Stunden am Wasser haben sich mehr als gelohnt. Gerade jetzt im Frühjahr hat sich der Aufwand mehr als gelohnt. Doch steckte eine Menge Arbeit in der Vorbereitung.


Die Idee
Die Idee entstand als ich die zweite Woche hintereinander kaum ans Wasser kam. Die Arbeit hatte mich voll im Griff doch die Fische fingen bereits an zu fressen und die beste Zeit stand bevor. Ich überlegte wie und wann ich am besten an den Fisch kommen würde ohne meine Arbeit zu vernachlässigen und dennoch Erfolg zu haben.  Ich studierte meine Fangstatistik an den Seen in meiner Nähe. Auffällig dabei war das ich die Meisten Fische alle in der Zeit von 3 bis 7 Uhr am frühen Morgen fing. Warum als nicht in dieser Zeit ans Wasser. Durch meinen Job in der Gastronomie arbeite ich oft bis 1 Uhr in der Nacht, somit wäre ich also in der besten Zeit am See. Nun stand der Plan fest und ich machte mich an die Vorbereitung.
Die Location
Eines der wichtigsten Faktoren für diese Art des Angelns war für mich die Location. Ich wollte agil bleiben und auch den Platz mal schnell wechseln können ohne dass ich einen stark aufgebauten Futterplatz zurück lassen musste. Ich wollte die Fische in ihrer gewohnt zeitlichen Zugroute befischen und sie nicht an einen bestimmten Platz befischen. Ich brauchte darüber hinaus einen See der nicht weit von meiner Arbeit und meinem Wohnsitz entfernt war. Meine Wahl fiel dann auf einen 10 Hektar großen Natursee der einen geringen Bestand hatte jedoch die Fische, für unsere Verhältnisse, etwas größer waren. Die Bedingungen waren schwer da der See stark befischt wurde und die wenigen Fische sehr scheu waren. Im März ging es dann zur ersten Frühjahrs Besichtigung an den See. Die Sonne schien kräftig und die Temperaturen lagen an die 20 Grad. Das Leben im Wasser erwachte jetzt langsam richtig. Bei 8 Grad Wassertemperatur rollten vereinzelt ein paar Brassen. Ich ging langsam um den See. Entlang an Schilfbänken und ausgetretenen Faden anderer. Ich genoss die Sonne und suchte an der Oberfläche Anhaltspunkte der Fische. Leider waren sie nicht so leicht aufzufinden. Am darauf folgenden Tag fuhr ich wieder zum See. Also ich am Ufer entlang ging hörte ich dann einen Fisch springen. Ein großer Schwall dennoch konnte ich keinen Fisch sehen. Ich drang durch dichtes Schilf du stand vor einer kleinen Bucht. Aus der Entfernung sah sie immer Unscheinbar aus doch in diesem Blickwinkel sehr vielversprechend. Ein Seerosenfeld befand sich hier gerade im Wachstum, die Wassertiefe lag bei 1,20 m. Durch eine kleine Schilfschneise sah ich auf das Wasser und konnte einige große Wellen ausmachen. Hier in der Bucht kam kein Wind hinein und die Sonne erwärmte das Wasser hier sehr schnell. Kein Angler konnte hier schon gefischt haben den die Natur sah noch so jungfräulich aus. Ich beließ die Natur so wie sie war. Ich hatte hier eine kleine Fläche für ein nötigstes Tackle. Die Location war gemacht und ich hatte vermutlich die Holding der Fische gefunden.


Die Futterstrategie
In diesem See angeln viel e mit Instant Futter und Partikel sowie Pellets sind hier sehr beliebt bei den üblichen Verdächtigen. Alles Futter was die Fische mittlerweile Scheuen und den Platz verlassen. Ich wollte dagegen anderes Vorgehen. Ich setzte auf die Natur Pur Boilies welche vorher eine Nacht im Seewasser liegen ließ. Somit unterzog ich den Boilies eine künstliche Alterung, zusätzlich ließ ich auffälligen Flavor und Dip völlig weg. Ich setzte rein auf meine „ alten“ Red Spice Fish. Das Futter war jetzt fertig jetzt fehlte nur noch die Taktik wie ich die Fische am Platz befüttere.  Da ich kein Freund großer Futterkampagnen bin entschloss ich mich recht wenig zu füttern. Jedoch wollte ich die Fische etwas verwirren in dem ich die Boiliegrößen untereinander mischte. Somit bestand mein Futtermix aus 18, 24 und 30 mm. Diesen Mix fütterte ich jetzt in der ganzen Bucht. Nicht viel nur rund 1 kg verstreute ich in diesem Bereich. Die Fische sollten nicht nur an einem bestimmten Platz die Boilies finden sondern in der ganzen Bucht immer mal ein paar. Somit wollte ich die Fische dazu bringen den gesamten Bereich nach meinen „ Alten“ abzusuchen und dabei ihre Scheu zu verlieren. Das füttern Wiederholte ich nun alle zwei Tage. Wichtig war mir dabei das ich in derselben Zeitspanne fütterte in der ich auch dort fischen wollte. Also ging es dann in der Nacht zum füttern. Positiv war dabei dass mich niemand sehen konnte. Natürlich ließ ich bei jedem Futtergang die Lampe aus. Ich brauch mich ja nicht ruhig und leise verhalten wenn ich dann doch durch meine LichterShow am Gewässer auffalle oder am besten noch, wie die meisten es machen, ins Wasser rein leuchten. Durch die Fütterung bei Nacht gewöhnten sich die Fische etwas daran das Nachts dann doch mal Einer kam, das aber keine Gefahr darstellte sondern es Futter gab. Ich fütterte so 2 Wochen durch in dieser Zeit befischte ich die Stelle auch nicht. Ich wollte alles perfekt aufbauen und den Fischen Vertrauen geben damit mein Vorhaben auch ein Erfolg wird. So die Taktik und die Strategie standen. Jetzt musste ich nur meine Montagen auf mein Vorhaben abstimmen.

Die Montagen
Die Montage ist das Kernstück unseres Angelns daher sollte sich jeder auch dieser Wichtigkeit bewusst sein. Ich passe meine Montage jeder Situation und jeder Gegebenheit individuell an. Aus einem Vorhaben kam die Planung, die Location und die Futterstrategie diese Vorgeschichte lasse ich jetzt alles mit in die Montage einfließen. Da bedeutet dass alle gegebenen und alle geplanten Faktoren eine Rolle spielen. Die Bodenbeschaffenheit, die Farbe des Gewässergrundes, der Gewässerbewuchs, die Fischempfindlichkeit und Sensibilität sind die vorhandenen Faktoren. Jetzt sehe ich mir meine geplanten Faktoren an wie die benötigte Stäke, Bleigewicht und ganz wichtig die Futterstrategie. Füttere ich einen großen Bereich und lasse die Fische somit aktiv Schwimmen auf der Futtersuche, sind die Fische viel in Bewegung und somit brauche ich ein längeres Vorfach. Anderes als wenn ich in einem kleinen Bereich punktuell füttere und die Montage ablege wie ich es zum Beispiel in einem Krautloch mache.


Das Bleichgewicht richtet sich nach dem Fischmaul. Ich weiß das in diesem Gewässer viele Muscheln und Krebse befinden, die zu der Hauptnahrung der Fische zählen, daher haben die Fische ein etwas härteres Maul. Somit verwende ich ein etwas schwereres Blei. Die Fische sind in diesem Gewässer sehr scheu. Der Gewässergrund ist mäßig mit Fadenalgen bewachsen, somit verwende ich ein sehr weiches Vorfachmaterial wo ich die Ummantelung komplett entferne. Ein Vorteil des Camo Core ist die wechselnde Färbung welche vom dunkeln ins helle übergeht. Durch diese Tarnung ist es auf Fadenalgen und Kraut nicht zu erkennen. Durch die Weiche Eigenschaft legt sich das Vorfachmaterial sanft auf die Algen. Wenn der Fisch es berührt merkt er den Unterschied zwischen Alge und Vorfach nicht. Den Haken wähle ich etwas kleiner um das zusätzliche Gewicht am Köder gering zu halten. Darüber hinaus bin ich überzeugt das kleine Haken besser im Fischmaul sitzen als größere es tun. Ich kombiniere meinen einen Köder mit einem Neon Pop Up um durch eine visuelle Lockwirkung aufzufallen. Dazu halbiere ich aber beide Boilies und tariere den köder genau aus. Somit fliegt der köder dem Fisch schon fast ins Maul beim kleinsten ansaugen. Ich verwende lang gebogene Schrumpfschläuche um dem Fisch das wieder ausblasen zu erschweren. Dazu haben meine Haken einen großen Winkel zum Vorfach. Die andere Rute beködere ich mit einem „alten“ 30mm Big Ball am Rand des Futterplatzes. Somit habe ich zwei Möglichkeiten am Haken präsentiert und fische nicht monoton eine Linie. Mit dieser Methode habe ich schon sehr viele Fische auf die Matte legen können. Die Vorfächer sind nun fertig, fehlt nun noch der Rest der Montage.


Ich fische hier auf Vorsichtige Fische die sich hier an Schilf, Seerosen und Fadenalgen gewöhnt haben und auch darin Schutz suchen. Um die ersten Meter der Montage gesenkt zu halten benutze ich in diesem Fall ein Leadcore. Das Hard on Camo Leadcore wähle ich auch in einem Grün Ton welcher helle und dunkle Segmente vereint und nahezu unsichtbar auf dem Grund verschwindet und der Fisch nicht misstrauisch wird. In erster Linie ist wichtig dass beim Fischen vor Hindernissen auch dran gedacht wird was passiert wenn der Fisch sich festsetzt. Dafür verwende ich eine verjüngte Schlagschnur in den ersten Metern recht Dick ist und dann dünner wird. Das hat den Vorteil dass die ersten Meter vor Scharfen Muscheln und Steinen geschützt sind und die hinteren Meter besser durch das Kraut und Seerosen schneidet, somit kann so schnell nicht passieren.  Die Velocity verfügt über eine sehr schöne Färbung die sie im Wasser bestens tarnt darüber hinaus ist sie sehr geschmeidig und hat eine sehr gute Dehnung welche die rasanten Fluchten des Fisches abfängt. Die Montage ist für mich das Kernstück und daher verwende ich nur Materialien in mein höchstes Vertrauen haben und allen Anforderungen entsprechen.
Die ersten Sessions
Die ersten Sessions in der Nacht legte ich immer auf 4 Stunden. Ich konnte mit dieser Taktik und Strategie in einem Jahr den kompletten Fischbestand einmal durch fangen. Ich wechselte das Jahr über an zwei Stellen hin und her. Immer wenn ich ein paar Fische gefangen hatte ließ ich den Platz wieder unter Futter ruhen und wechselte an einen anderen See wo ich mit der Selben Taktik und Strategie fischte.


Ich bin kein Freund davon lange Sessions auf einem Platz abzuhalten viel mehr bevorzuge ich nur kurze Tages oder Night Shorts. Wichtig ist dabei, wenn ihr den Weg geht verwendet nur Futter und Tackle wo Ihr vollstes Vertrauen zu habt. Oft sind es riesen Strapazen die man auf sich nimmt wenn man völlig übermüdet im dunklem am See zum Platz hrischt. Neben einem schießen Rehe und Wildschweine aus ihrer Deckung oder andere Angler erschrecken sich vor einem J
Aber wenn Ihr diese Sternstunden erlebt mit einigen Fischen hintereinander innerhalb einer Stunde. Dann entschädigt es für alles. Ich habe einen Augenblick gehabt wo ich völlig überwältigt von meinem Emotionen im Wasser stand. Es war kein großer Fisch aber der Drill hinter einer atemberauben Kulisse machte mich sprachlos. Im Schein der Aufgehenden Sonne hüllte der Nebel den See in ein tiefes Rotes Bett und ich stand allein drillend im Wasser. Unbeschreiblich.
Das Karpfenangeln ist eine Leidenschaft die man nicht beschreiben kann… Es sind nicht die Momente die wir am Wasser atmen sondern die Momente die uns dem Atem rauben…

In diesem Sinne
Christian Graßhoff

Ein ewiger Kreislauf…

Bei einer Futterkampagne für die ganze Saison steht für mich persönlich erst mal eine gründliche Location nach dem Richtigen Platz. Denn nicht jeder Platz bringt über die gesamte Saison Fisch. Doch vor dem Platz steht erst die richtige Wahl des Gewässeres. Wenn ich eine gesamte Saison am Gewässer verbringe muss dieses auch gut gelegen sein so dass ich schnell und ohne großen Aufwand zum Spot komme. In den letzten zwei Jahren habe ich mir dafür einen kleinen Ehemaligen Altarm der Elbe ausgesucht. Das Gewässer war echt von der Struktur her sehr eintönig. Das Wasser viel langsam auf 4 m ab und der Grund wird dann leicht schlammig. Ich fand bei der Location eine kleine Bucht wo das Wasser von 4 m auf 1,20 m erhob. Die Bucht lag Windgeschützt und reichlich Seerosen und Schilf boten den Fischen Schutz und Nahrung. Kein anderer Angler befischt diese Stelle da sie sehr unscheinbar schien.


Das Frühjahr.
Die Sonne befreite den See vom Eis und ich war erstmals zum Füttern am See. Im Frühjahr sind die Fische noch recht träge und fressen noch recht wenig. Daher setzte ich im Frühjahr auf die volle Lockwirckung über Geruch und optischem Reiz. Ich bevorzuge im Frühjahr einen Mix aus gecrashten Boilies, Hanf und Stick Mix. Da ich eine schnell Wirkung im Wasser erzielen will verwende ich einen Stick und Boilie Mix der auf Milchpulver basiert. Dadurch arbeitet das Futter bei geringer Wassertemperatur schneller. So baue ich den Platz langsam auf. Ich füttere den alle zwei Tage um die Mittagzeit. Nach einer Woche beginne ich dann das erst mal mit den fischen. Zu dieser Jahreszeit setzte ich auf kleine Köder wie 12 mm oder 14 mm Boilies. Gerne fische ich 12 mm Neon Pop Ups die ich der Farbe meiner Futterwolke anpasse. Die Montage fische ich sehr sensibel und verwende ein max 15 lbs Vorfach mit einem 10ner Haken. Merke ich dass die Fische das Futter angenommen haben füttere ich zu diesen Mix ungecrashte Boilies in 14 mm Durchmesser. Diese füttere ich aber nur sehr sparsam und weit verteilt. Bei einer Wassertemperatur im Frühjahr von unter 6 Grad sind die Fische noch recht träge und zu viele Boilies sättigen sehr schnell. Steigt die Wassertemperatur schnell an erhöhe ich den Boilieanteil und verzichte nach und nach auf den Stickmix. Die Wassertemperatur steigt nun über die 12 Grad Marke jetzt fangen die Karpfen richtig an Aktiv das Futter zu suchen und zu fressen. Ich nutze mir dieses Verhalten der Fische in dem ich jetzt beginne meine kleine Bucht großflächig mit Boilies zu spicken. Mit großflächig meine ich nicht die Massen sondern den Futterradius. So lasse ich die Fische jetzt über den ganzen Platz fegen auf der Suche nach den Boilies. Langsam wechsle ich die Michpulver Boilies in Fischmehl Boilies. Ich achte darauf das die Boilies einen hohe Qualität, so dass sie Fische die Boilies auch über eine lagen Zeitraum fressen, dabei gut vertragen und sie alle wichtigen Proteine und Ernährungswichte Grundlagen aus dem Futter ziehen können. Meine Angelei passe ich bei der Futtermethode so an das ich meine beiden Ruten immer an andere Stellen in meiner kleinen Bucht lagen oft sind es nur wenige Meter vom letzten Platz entfernt. Bei der Methode will ich verbeugen damit der Fisch den Platz nicht gleich mit Gefahr verbindet. Mit der Steigenden Wassertemperatur wächst auch die Lust der Fische sich auf das Laichen vorzubereiten. Jetzt fressen die Karpfen nochmal schnell. Ich reagiere mit meinem Futter zu das ich die Futtermenge und die Futterart verändere. Die Menge erhöhe ich auf 2 kg alle zwei Tage, die Futterart verändere ich die bezüglich das ich den Hanf und die gecrashten Boilies weg lasse und anfange mit reinen Boilies in unterschiedlichen Größen zu füttern. Dabei verwende ich 18 mm und 24 mm. Dieses Futtermischung verstreue ich jetzt auch Großflächig in meiner Bucht. Die Karpfen werden jetzt wieder animiert zu suchen. Bei den unterschiedlichen Ködergrößen müssen sie jetzt mit ihrer Ansaugstärke, durch die unterschiedlichen Boiliegrößen, variieren und der Hakenköder fehlt den vorsichtig werdenden Fisch nicht auf.


Jetzt rückt der Sommer immer nähr und die Fisch befinden sich jetzt bei über 16 Grad Wassertemperatur in voller Laichfreude. Zu meinem Glück spielt sich das Vergnügen direkt in meiner kleinen Bucht ab. Sie pflügen durch Kraut und Schilf. Ohne Rücksicht geht dem Liebesspiel hinterher. Jetzt fressen die Fische nicht und ich setzte wieder auf Ihre Neugier. Die Montagen wurden jetzt wieder etwas schwerer durch das Steigende Wasserleben wurden auch wieder die Hindernisse zur Gefahr. Fischte ich jetzt wieder 20 lbs Vorfächer mit 6 er Haken gehe ich jetzt vor Laichzeit wieder zurück und verwende wieder leichtes Wolkenbildenes Futter. Ich fische ich mit Sensiblen Montagen und 16 mm Neon Pop Ups. Merke ich das die Laichaktionen abklingen verwende ich nun wieder meinen 18 / 24 mm Boilies Mix in einer kleinen Menge. Steigt die Aktionen am Platz und auf der Matte erhöhe ich das Futter jetzt wieder auf 2 Kg alle 2 Tage. Ich will die Fische nicht am Platz fett füttern. Ich will den Fischen eine nahrungsergänzende Futterquelle bieten wo sie gern darauf zurück kommen und es nicht mit Gefahr verbinden sondern Vertrauen in das immer daliegende Futter stecken. Ich befische den Platz nun max 1 mal die Woche für max eine Nacht. Meist lege ich nur kurze Shorts ein. Längere Sessions lasse ich an meinen All Saison Platz weg da ich sonst die Fische verschrecken würde und mir das aufgebaute Vertrauen in meine Futter zerstören würde.


Der Sommer ist da und die Natürliche Nahrung ist auf dem Höhepunkt. Die Fische bewegen sich jetzt weniger und ziehen erst in den kühleren Nachtphasen los zum Fressen. Da die Natürliche Nahrung jetzt so hoch ist setzte ich nun langsam auf einen Boiliemix der keinen Kohlenhydratanteil hat und arm an Ballaststoffen ist. Dafür aber reich an Fischmehlen, Milchprotein und Eggalbumin ist. Mit diesem Mix füttere ich wieder neutrale 18 / 24 mm Boilies in meine kleine Bucht. Die Wassertemperaturen sind hoch und der sinkende Sauerstoff im Wasser schlägt den Fischen jetzt an meinem Spod auf den Magen. Ich füttere jetzt nur noch sehr wenig alle zwei Tage max 1 kg auf die 50 m Fläche die meine Bucht hat. Die Unwetterphasen nehme ich nun zum fischen. Kurze Nacht Sessions zahlen sich jetzt mit sehr wenig Futter aus. Oft bin ich nur 3 Stunden am Wasser. Doch komme ich zum Erfolg.


Der Sommer neigt sich zum Ende und die Temperaturen fallen wieder. Jetzt wird der natürliche Fressrausch der Fische geweckt und ich füttere wieder mehr und jetzt runden 30 mm Boilies den Mix ab. Langsam gehe ich wieder auf meinen normalen Fischmix der sich aus hochwertigen Fischmehlen, Robin Red und Naturgewürzen zusammen setzt, zurück. Die Fische reagieren auf die höhere Futtermenge und toben auf dem Platz. Ich fische jetzt häufiger den die fallenden Wassertemperaturen lassen jetzt auch die Vorsichtigsten Fische  unvorsichtig werden. Die Wassertemperaturen fallen jetzt wieder unter die 12 Grad Temperatur. Jetzt sind wieder gut arbeitenden Fischboilies auf Milchpulver Basis angesagt. Pelletts runden das Futter ab und sorgen für eine hohe Lockwirkung unter Wasser. Die Fische werden mit den fallenden Temperaturen immer ruhiger und ich kehre zurück zum Hanf und kleinen Pop Ups bei unter 6 und 4 Grad. Langsam erscheint nun wieder das erste Randeis und die Vegetation in meiner kleinen Bucht neigt sich dem Ende. Die letzten Sonnenstrahlen verziehen sich hinter die ersten Schneewolken und mit Stickmix und Hanf bekomme ich die letzten Fische bevor der Winter wieder alles unter Eis und Schnee legt…


Hier seht dass das Fischen an einem Spod über das ganze Jahr nicht mit einer Futtermethode und einer Futtertaktik zu bewältigen ist. Ich bin kein Freund von riesen Futtermengen mit eine mal ich füttere lieber weniger und dann doch weit verstreuter um die Fische am Platz zu halten und das Vertrauen zu festigen…

In diesem Sinne…

Christian Graßhoff

Endlich wieder Rückenschmerzen,

Mein Rücken schmerzt noch von der letzten Fotosession, die Müdigkeit hat uns beide voll erwischt und die rettende Couch steht vor uns. Zusammen liegen wir und hier und schauen uns noch kurz unsere Bilder der letzten Nacht an. Man, was für eine durften wir erleben…


Endlich ist es Wochenende und der Gedanke ans Fischen hat uns durch die ganze Woche geführt, uns kraft gegeben. Es ist 16 Uhr und wir machen uns auf dem Weg zu einer Tankstelle wo wir uns mit unseren besten Freunden Ronny und Diana trafen. Ronny verspätet sich etwas und die Ungedult wird etwas Größer. Endlich kommt die beiden und los geht es ans Wasser. Die Fahrt zum Zielgewässer zog sich noch etwas hin und die Vorfreude stieg und stieg.
17 Uhr. Endlich erreichen wir den See und beginnen sofort mit dem Camp aufbau. Unsere Platzwahl viel sofort auf die Staumauer da wir von dort aus den tieferen Teil des Sees befischen konnten zudem konnten wir so besser an den Kautbänken fischen. Beim Aufbau sah ich schon den ersten Fisch springen. Sofort ging alles schneller, Bivvy stand, die Ruten waren aufgebaut und mein Allroundmarine Carp Hunter lag im Wasser bereit. Das Carp Hunter ist in der letzten Zeit für mich einfach ein unverzichtliches Stück geworden. Einfach aufgeblasen aus dem Auto holen und los geht es schon. Trotz seiner geringen Größe von 1,65 m ist es, durch sein hochwertiges Material, sehr stabil und man kann ohne Probleme auch bei Wellengang über Wasser fahren. Ich machte mich gleich an die Spodsuche. Meine Wahl fiel auf den Bereich wo ein Fisch bereits schon sprang. Dort war es 1,70 m tief und ein kleines Krautfeld erstreckte sich entlang einer kleinen Kante. Der Grund war etwas Sedimentreich und weich. Einige harte Stellen konnte ich mit dem Klopfblei finden. Ich fütterte den Bereich großzügig mit einem Partikel Mix und einigen Boilies in 18 mm und 24 mm. Als Montage setze ich voll auf ein langes Leadcore in Verbindung mit dem Camo Core Vorfachmaterial. Einfach ein zuverlässiges Combo noch nie hat es mich im Stich gelassen und das Material hat mich noch nie im Stich gelassen.


18 Uhr. Die Ruten sind nun fertig beködert und in bester Zusammenarbeit mit Ronny rudere ich nun eine nach der anderen an ihren Platz. Meine Liebste hat ich einen Bereich in Wurfweite ausgesucht wo sie ihre beiden Ruten platziert. Auch diesen Bereich fütterte ich großzügig mit Partikeln und Boilie. Die Ruten liegen jetzt alle auf ihren Plätzen und wir machen es uns bequem. Die beiden Neffen von Diana sind nun auch da und voll in Spieleslust. Ich mache gerade die Kamera zum Aufzeichnen bereit als die linke Rute meiner Liebsten abläuft. Schnell ist sie zur Stelle und hält gegen den tobenden Fisch ich stehe Ihr zur Seite und fiebere mit ihr mit. Plötzlich ein Piepser meiner rechten Rute, ich dachte mir das sich Ihr Fisch an meiner Schnur befand doch Sekunden Später dann Vollrun meiner Rute. Wahnsinn jetzt stehen wir beide da und drillen. Hammer… Ihr Fisch in nun in Keschernähe und wanderte unter Belastung in den Kescher. Nach einigen Fluchten kommt auch mein Fisch nun in den Kescher. Zusammen halten wir beide Freudestrahlend die Fische in die Kamera. Êin unvergessliches Gefühl einfach ein wundervoller Moment. Völlig stolz über Ihren neuen PB von 24 Pf stoßen wir erst mal an. An mir leigt es jetzt die Ruten wieder an ihren Platz zu bringen. Wieder zurück läuft meine linke Rute ab. Schneibar sind die Fische gerade auf dem ca. 220 m Spod unterwegs. Nach einem schönen Drill lande ich einen langen Schlanken Kämpfer.
22 Uhr die Nacht gewinnt an Kraft. Nach einen Aussteigen den ich verbuchen musste ist jetzt meine Liebste wieder im Drill. Der Fisch kämpft hart aber sie hält dagegen. Nach einer kleinen Krautaktion ist der Fisch schnell im Kescher. Zufrieden hält sie den Fisch in die Kamera. Zusammen sitzen wir lange und Unterhalten uns. Jetzt beißt es auch bei Ronny. Leider ist sein Fisch nicht ganz so groß aber Fisch ist Fisch und die Gewichte sind egal. Jetzt steigt die Aktivität wieder und kurz nachdem Ronny seine Rute wieder liegt läuft wieder meine 220 m Rute ab. Der Fisch macht sich schwer und ich spüre ein deutlich höheres Gewicht als der letzte. Ruhig zieht der Fisch seine Bahnen und ich bekomme ihn langsam unter Kontrolle. Der Fisch kommt vor dem Kescher noch einmal in Fahrt. Doch schließlich wandert er in den Kescher. Was für ein Fisch. Jetzt liegt der erste 15+ kg Fisch vor mir. Was mit den Fischen hier lost ist… Voll in Fresslaune voll auf den Plätzen. Wieder heißt es für mich die Rute auf 220 m mit dem Carp Hunter rauszubringen.


0 Uhr Die Müdigkeit hat uns langsam doch das laute Klatschen der Fische hält uns wach. Ronny bekommt noch einen Biss und kann eine schöne Schleie landen. Leider ist es bei Ihm etwas ruhig und die Bisse bleiben bei seinem Krautfeld aus.
1.30 Uhr jetzt hat uns die Müdigkeit voll und wir gehen auf die Liegen. Meine Liebste ist schon in den tiefsten Träumen und ich folge ihr sofort. Wie beide stehen fast auf der Liege als um 4.48 Uhr der i – 3 Empfänger losgeht. Es ist meine Rute die voll durchläuft. Die Schnurr fliegt von meiner Rolle, ich halte dagegen und merke die schnellen Fluchten des Fisches. Ich spüre das ein etwas leichtere als der von vergangener Nacht. Nach einer gefühlten Ewigkeit, im kalten Wind nach 2 Stunden Schlaf, wandert ein weiterer zwanziger in den Kescher. Als ich den Fisch auf die Matte lege läuft die nächste Rute ab. Wahnsinn… Ich spüre ein hohes Gewicht und ich kann den Fisch erst mal nicht bremsen. Ich rufe nach Ronny der mir helfend zur Seite stehen soll. Schnell kommt er auch und ich kann den Fisch langsam halten. Die Rute ist deutlich gebogen und ich merke sein hohes Gewicht am anderen Ende. Ruhig und stätig zieht er seine Bahnen. Langsam kommt er in die Keschernähe. Wir erblicken einen massiven und langen Körper der über den Kescher wandert. Ja perfekt. Der zwanziger sieht voll klein aus. Jetzt kommt die Wahrheit. Die Waage bleibt bei etwas über 40 pf stehen. Ja! Drei Wochen ohne nur mal das Wasser zu sehen und dann gleich in einer Nacht Fische von 20 bis 40 Pf mit meiner Liebsten zusammen. Bei dem Fototermin in der Morgen Sonne hatte ich wieder den wundervollen Schmerz im Rücken und in den Armen beim Stemmen meines Fanges. Wie ich den Schmerz liebe J Der Fisch war schön gezeichnet mit kleinen schwarzen Schuppen auf der Flanke. Der mächtige Rücken war gezeichnet der vergangen vielen Jahre, die dieser Fisch schon erlebt hat. Jetzt durfte ich den Fisch in den Händen halten und ihn sanft sein Element zurückgeben…
9 Uhr Ein weitere Fisch steigt bei meiner Liebsten nach kurzem Drill leider aus. Selbst nach dem wir Ronny seine Ruten in den frühen Morgenstunden mit auf meinen Spod gelegt hatten bleibt es völlig ruhig bei Ihm. Leider! Auch an unseren Ruten ist jetzt völlige Ruhe.


10 Uhr. Wir fangen an unser Camp abzubauen. Es war eine schöne und erfolgreiche Session. Bei dem Einholen der Ruten bekommt meine Liebste noch einen Lauf und kann noch einen kleinen Spiegler fangen. Insgesamt hatten wir nun 10 Läufe und konnten 7 Fische fangen. Das Futter setzten wir aus einem Partikel Mix und einem Boilie Mix aus 18 mm und 24 mm zusammen. Wichtig war uns das wir die Montagen an unser Futter und Plätze anpassten. Daher hatten wir mit dem Camo Core und dem Leadcore der Firma ACE die Perfekten Materialien um unser Montagen dem Grund und unseren Futterplätzen anzupassen. Zufrieden fuhren wir wieder Heim mit der Gewissheit das es kommenden Freitag wieder losgeht. Mal sehen was uns erwarten wird…

Christian Graßhoff

Der Ebro,

Der Ebro ist eines der schönsten und beeindrucktesten Gewässer in ganz Europa. Viel wurde schon über den Ebro geschrieben aber nur wenig ist über sein Potential und seinen Bedingungen bekannt. Als ich von dem Event, der CHM, erfuhr zögerte ich keine Minute und sagte sofort der Teilnahme zu. Mit wie Teams wollten wir uns der Herausforderung stellen und den legendären Ebro kennenlernen.
Die beiden Teams setzten sich aus Michel von Barany und Jan Grashoff sowie Christian Stief und meiner Wenigkeit zusammen. Die Vorbereitungen auf dieses Event fielen, mangels fehlender Zeit, schlicht weg aus. Rund 2 Wochen vor dem Event Start gingen wir einige Details wie Taktik, Futter und vor allem Beförderungsmittel durch. Dann wuchs die Vorfreude auf das unbekannte und das was vor uns liegen würde. Die letzten Tage vor dem Start vergingen rasch doch die Arbeit ließ mir kaum Zeit zum packen. So geschah es mir das ich erst in der Nacht, vor der Abfahrt, den Großteil meines Takles packen konnte. Das Futter hatten wir kurzfristig bestellt und mussten es auf dem Weg nach Spanien noch abholen. Also kam wieder alles zusammen und war völlig chaotisch… typisch Graßhoff halt…
Der Tag der Abreise war gekommen und wir fuhren mit zwei Kleintransportern in Richtung Süden. Vor uns lagen  knapp 2000 km Wegstrecke welche uns durch drei Länder führte. Voller Vorfreude, auf den Ebro, vergingen die ersten 1750 km sehr schnell doch dann 150 km vor dem Ziel durchfuhr mich plötzlich ein Schlag vom Lenkrad, ein Schlackern folgte und wir mussten sofort anhalten. Erst sahen wir keinen Defekt doch auf dem zweiten Blick dann der Schock. Drei der Radbolzen, des linken Vorderrads, waren gebrochen und das Rad hing nur noch an einem Bolzen. Wir hatten großes Glück das der letzte Bolzen gehalten hat denn wenn dieser auch gebrochen wären hätte das schlimme Folgen für uns gehabt. Nun standen wir nach rund 20 Stunden Fahrt 100 km vor dem Ziel und warteten auf den ADAC. Was für ein Unglück… Was für ein Pech… Doch auch was für ein Glück…

Es dauerte nicht lange bis der Abschleppwagen kam und uns in die nächste Werkstatt brachte. Dort angekommen wurden wir erst einmal mit der spanischen Gelassenheit konfrontiert. Wir hatten das Auto voller Takle waren kurz vor dem Ebro und wollten einfach nur fischen… Doch das interessierte dort Keinen alles ging langsam und schleppend voran. Es war als hätten wir das Pech gepachtet denn als die Monteure das „einfache Problem“ lösen wollten ging immer mehr kaputt. Die Zeit verstrich und wir wurden der Unwissenheit überlassen. Dann um 13 Uhr kam der Werkstattleiter auf mich zu, um mir die Nachricht zu überbringen, das das Problem Heute nicht behoben werden könnte denn ein Ersatzteil war nicht vor Ort. Dazu kam dann auch noch das Problem dass es Samstag um 13 Uhr in Spanien war und um diese Uhrzeit nichts mehr passierte… Jetzt saßen wir da. Wir hatten keine Chance auf einen Leihwagen oder auf eine andere Möglichkeit zum Event zu kommen. Ich rief Simon an und erzählte Ihm was los war. Ohne zu zögern sagte er sofort dass er uns holen würde. Jetzt waren wir etwas erleichtert und atmeten erst mal durch. Nun mussten wir das Auto ausladen und das komplette Takle vor die Werkstatt an eine viel befahrende Straße stellen. Mittlerweile war uns aber wieder zum Lachen zu Mute, ändern konnten wir es eh nicht, wir hatten uns damit abgefunden wir hatten ja schließlich Urlaub. Daher setzen wir uns, vor unserem kompletten Takle, auf unsere Chairs und ließen uns nach dem ganzen Stress eine Havanna Cola schmecken. So waren wir natürlich die Attraktion an der ganzen Straße… Aber egal… Nach etwas über einer Stunde war Simon zur Stelle und konnte sich vor Lachen kaum halten… Wir uns aber auch nicht mehr (Havanna sei Dank)… Jetzt ging es endlich wieder weiter und wir konnten es kaum erwarten endlich den Ebro zu erreichen.


Als erstes sahen wir die Burg, das Wahrzeichen Mequinenzas, dann sahen wir endlich den Ebro… Wunderschön eingebettet zwischen den Bergen lagen nun die Wassermassen vor uns. Wir konnten es kaum erwarten uns mit dem Gewässer vertraut zu machen. Jetzt standen aber erst einmal die offizielle Begrüßung und die Vorstellung der Teams auf dem Plan. Ich war sehr gespannt und freuten uns total auf das Event. Doch die Atmosphäre im Camp  war mir fremd denn diese war nicht angenehm. Man spürte deutlich wie ernst es manchen Angeln war zu gewinnen. Diese standen stumm in der Ecke und lauschten nur rege den Gesprächen. Anders dagegen war die CHM Crew und die Crew um Oliver Schier, dem Camp Inhaber. Die Leute waren echt Sensationell, wir lachten viel und feierten bis in den Morgengrauen… Der erste Tag war endlich gekommen und ab 10 Uhr hier es dann auf zur Location.

Während alle in den Ebroarm und Richtung Staumauer rasten, fuhren Stiefel und Ich mit unserem Boot in den Rio Segre. Das Wasser war hier sehr trüb, Sedimentreich und verfügte über viele Flachwasserbereiche. Unser Ziel war es tiefere Bereiche zu finden wo sich die Fische aufhalten und von wo aus, die Fische, in den Flachwasserbereich ziehen können. Wir fanden weit oben einen Traumplatz mit einer 7 m Vertiefung, einer schönen Kante sowie Flachen Buchten. Ein wahrer Traumplatz… Mit 20 Kg Pellets fütterten wir den Platz großzügig vor. Zufrieden machten wir uns auf die Suche nach einem zweiten, anderen Spot. Unsere Taktik bestand darin, zwei unterschiedliche Plätze zu füttern um schnell zu sehen  wo die Fische ziehen und in welchen Tiefen oder Bereichen sie sich aufhalten. Bei dem Event ging es darum in 6 Tagen die meisten Fische zu fangen daher mussten wir versuchen schnell an die Fische zu kommen. Hatte der erste Spot viel Flachwasser, Sedimentreiches Wasser und Krautfelder brauchten wir jetzt das totale Gegenteil. Also rauschten wir wieder runter in den Ebro. Als wir in dem kleinen Delta ankamen faszinierte uns dieser Bereich besonders. Hier mischte sich das klare Ebro Wasser welches von der Staumauer kam mit dem sedimentreichen Wassers des Rio Segre, der Bereich bescherte uns beiden Bauchkribbeln. Es war klar dass die Fische in diesem Bereich ziehen und fressen würden denn dieser Bereich war reich an Sauerstoff und verfügte über viel Natürliche Nahrung für die Fische. Zu unserem Glück waren alle anderen Teams an diesem Platz vorbeigefahren und schenkten diesem Bereich keine Beachtung, wir hatten also freie Bahn. Wir untersuchten diesen Bereich jetzt mit dem Echolot und fanden sofort eine langsam fallende Kante welche von 5 m auf 11 m, ins alte Flussbett, abfiel. Hot Spot!! Auch diesen Bereich fütterten wir Großflächig mit 20kg Pellets vor. Nach dem füttern konnten wir bereits den ersten Fisch rollen sehen, somit stand für uns sofort fest dass wir diesen Bereich als erstes befischen. Es ging zurück zum Bootsanleger welcher sich keine 10 min Entfernt befand. Die Ruten montieren und Montagen bauen ging wie von selbst, uns hatte das Fieber gepackt und wollten endlich los legen. Anders als alle anderen hatten wir aber die Ruhe weg, wir waren hier um Spaß zu haben und neues zu sehen und kennenzulernen. Versteiftes fischen um den ersten Platz lag uns fern. Viel mehr stand das Kennenlernen des einzigartigen Gewässers an erster Stelle. Nachdem wir die Ruten montiert hatten und das Boot beladen war, ging es endlich raus zum fischen. Eine Einschränkung hatte unser Hot Spot jedoch… er war nur vom Boot aus befischbar. Da sich die Platzwahl nach der Fängigkeit und nicht nach der Bequemlichkeit richtet, setzten wir alles daran diesen Platz zu befischen und nahmen alle Strapazen gerne in Kauf.



Wir beluden unser Boot von Anfang an nur mit dem nötigsten Takle und befestigten unsere Pods per Kabelbinder so auf dem Boot dass wir in zwei Richtungen fischen konnten und noch Platz zum sitzen hatten. Jetzt ging es los… Es dämmerte bereits als wir den Anleger verließen. Zusätzlich zu unseren Pellets weichte ich 10 kg Pellets, mit Wasser und Liquid in einem Eimer, auf. Dadurch entstand ein Pellet Teig welcher eine enorme Lockwirkung im Wasser erzielte und im Zusammenspiel mit der Strömung die Fische an unseren Platz führen sollte. So gut gerüstet waren wir uns sicher das wir bald den ersten Spanier auf die Schuppen legen würden.
Am Angelplatz angekommen entschieden wir uns das Boot rund 2 m vom Ufer entfernt zu befestigen. Die Plätze lagen in Wurfweite und wir setzten auf einfache Leadcore Inline Blei Montagen, voller Vertrauen bleib ich bei meinem 25 lbs Camo Core welches mich noch nie im Stichgelassen hat. Wir platzierten alle Ruten in unterschiedlichen Tiefen um schnell zu sehen in welcher Tiefe die Fische kommen. Mit dieser Stafflung kam kein Fisch an unseren Montagen vorbei der sich auf unserem Futterplatz befand. Wenn man als Team fischt dann dreht sich auch alles nur um das Team und nicht um persönliche Belange. Stiefel und ich ergänzten uns super und so blicken wir sehr zuversichtlich auf die vor uns liegenden Tage.



Der Abend kam, das Tageslicht wurde schwächer und wir konnten immer mehr Fische rollen sehen. Die Fische bewegten sich voll auf unserem Futterplatz und teilweise sprangen sie direkt vor unseren Füßen. Wir waren uns sicher den für uns perfekten Platz gefunden zu haben. Die Nacht brach über uns hinein und wir hofften auf den ersten Lauf, doch leider blieb der ersehnt Lauf aus. Die Stunden schwanden und die Zeit zum zusammen packen kam viel zu schnell. Das fischen auf dem Event war auf dem Zeitraum von 6 bis 0 Uhr beschränkt und jeder musste um 0 Uhr wieder am Bootssteg sein. Bei einem Verstoß drohte der Ausschluss von der Wertung.
Obwohl wir am ersten Abend keinen Lauf bekamen beschlossen wir den Delta Spot weiter zu befischen und unseren anderen Platz  weiter unter Futter zu halten. Um 1 Uhr waren wir wieder in unserer Wohnung und werteten den ersten Tag mit dem Carp Side Team 2 aus.

Michel und Jan fischten nicht weit von uns entfernt auch sie haben sich für den Delta Bereich entschieden. Somit deckten die beiden den rechten Teil des Deltas ab und wir konzentrierten uns auf den Teil des Deltas welcher in Richtung Staumauer lag. Pünktlich um 5.30 Uhr klingelte unserer Wecker und wir machten uns fertig zum fischen. Es war sehr anstrengend nach so wenig Stunden Schlaf das Bett wieder zu verlassen. Wir machten uns auf dem Weg zum Bootsanleger um gleich wieder das Boot zu beladen und zum Spot zu fahren. Wir wollten den Erfolg und die Fische das beflügelte uns und das trieb die Müdigkeit aus unseren Körpern. Wir kamen am Platz an und fütterten erst nur wenige Pellets auf dem Spot. Die Fische sollten schnell am Hakenköder laden ohne lange am Spot zu fressen zudem wirken große Futterplätze sehr einladend auf die Waller. Diese wollten wir unter keinen Umständen auf dem Platz haben. Der Vormittag verging ohne eine einzige Aktion doch die Fische rollten auf unserem Platz. Wir waren uns sicher dass wir am richtigen Spot sind und es nur noch eine Frage der Zeit ist bis der erste Lauf kommt. Die Location hatten so gründlich gemacht dass es einfach laufen musste. Ich war mir so sicher.
Als Hakenköder setzen wir auf Pellets und Pellet Kombi Köder gerade den Fluor Pop Ups schenkte ich mein vollstes Vertrauen. Der Nachmittag nahte und ich musste Stiefel leider allein lassen. Denn mein Auto stand ja noch 100 km entfernt in der Werkstatt. Oli war so freundlich holte mich ab und fuhr mich zur Werkstatt wo mein Carpi wartete. Das war echt eine super Geste die ich nie wieder gut machen kann. Ich hätte nie gedacht dass mir so geholfen wird, einfach ein Wahnsinn! Oder wie Oli sagen würde… Sensationell! Auf dem Weg fuhren am Carp Side Team 2 vorbei wo Jan uns gleich ran winkte. Er hatte den ersten Fisch! Hammer, es läuft wir fuhren schnell zu Ihm und erblickten einen knapp 40Pf Schuppi. Wahnsinn! Der Bann war jetzt gebrochen und ich freute mich riesig für Jan!


Weiter ging es ans Land und mit dem Auto in Richtung Werkstatt. Jetzt konnte ich es kaum erwarten endlich wieder bei meinen Ruten zu sein. Auf dem Weg zur Werkstatt bekam ich einen Anruf von Stiefel „die Fische laufen, der erste 27 Pf. ist im Kescher“! Hammer ich freute mich voll über den Fisch. Aber leider war ich gerade nicht am Platz… an der Werkstatt angekommen, schnappte ich mir schnell meinen Carpi, ließ meine Visa durchziehen und zurück ging es zum Ebro. Kurz vor dem Ebro rief ich Stiefel an um zu hören was am Spot los war… Am anderen Ende war eine fertige Stimme… „Hier ist was los… 4 weitere Fische liegen im Sack und warten auf das Wertungswiegen. Wahnsinn darunter auch der erste Fisch über 30 Pf.“. Boar… Ich freute mich voll… Aber war auch voll deprimiert das ich das alles verpasst hatte. Um 20 Uhr kam ich am Spot an, doch statt laufender Fische wurden wir mit einem weiteren Schwierigkeitsfaktor konfrontiert. An der Staumauer wurde Wasser abgelassen und somit entstand eine stärkere Strömung welche große Krautteppiche mit sich führte. Diese sammelten sich permanent in den Schnüren und wir mussten alle 10 min die Ruten neu werfen beziehungsweise Ablegen. Unser großer Vorteil war jedoch das wir mein kleines Allroundmarin Carp Hunter 165 dabei hatten. So konnten wir schnell agieren und die Ruten ablegen oder vom Kraut befreien. Unser großes Alu Boot diente als Angelplatz und gab unseren Pods sichereren Halt. Bis 0 Uhr bleib es ruhig und nichts passierte mehr. Im Camp angekommen erfuhren wir dass wir mit unseren Fischen auf dem ersten Platz gelandet sind. Wow… Die Führung.. Das hätten wir nicht erwartet oder gedacht… Das war uns auch nicht so wichtig…



Der Dienstag kam und es war eine Qual aufzustehen. Doch wir waren heiß auf weitere Fische vor allem wollte ich nun auch meinen ersten Spanier. Wir hatten am vergangen Abend 40 Kg Pellets gefüttert um die Fische am Platz zu halten. Jetzt waren wir gespannt was uns der Morgen brachte. Jetzt schnell das Boot wieder packten und los ging es wieder an unseren Platz wo uns bereits die Fische mit Ihrem Springen und Rollen begrüßten. Super das sieht doch gut aus. Doch Heute war alles etwas anders, nachdem wir gestern Nacht viel Strömung hatten war jetzt der Wasserstand deutlich gesunken und die Uferpartien lagen frei.  Das machte einige Sachen deutlich einfacher vor allem hatten wir die Gelegenheit vom Ufer aus zu fischen und festen Boden unter den Füßen zu haben. Die Ruten legten wir mit dem Carp Hunter ab und fütterten nur zwei Hände voll Pellets über die Montagen. Das Wasser blieb ruhig und es herrschte keine Strömung. Die Fische rollten am Platz und die Spannung stieg. Dann um 11 Uhr endlich der erste Biss bei Stiefel. Leider Stieg der Fische wieder aus…  auch der folgende Biss blieb ohne Erfolg. Es stellten sich jetzt die ersten Schwierigkeiten im Drill ein, die Fische gaben richtig Gas und flüchteten in die Unterwasser Hindernisse. Wir versuchten immer mehr uns denn Gegebenheiten anzupassen doch es war schwer denn von der Staumauer wurde jetzt wieder Wasser in den Ebro abgelassen und die Krautfelder ließen uns keinen Moment der Ruhe. Wir entschieden uns jetzt Steinmontagen zu verwenden um ein verziehen der Montagen zu vermeiden. Jetzt waren die Ruten unter voller Spannung doch das Kraut hing nun weiter in den Schnüren. Wir mussten alle 10 min per Boot die Schnüre vom Kraut befreien. Das machten wir ein paar Stunden bis wir die Schnauzte voll hatten. Jetzt brauchten wir Absenkbleie um dem Kraut zu entgehen nach einer kurzen Ideensammlung bastelte Stiefel los und zauberte aus Haken und Silikonschläuche ein paar Absenkbleie. Somit montierten wir die Ruten wieder auf Inline-Leadcore-Montagen um und befestigten die Absenkbleie. Endlich hatten wir Ruhe vor dem Kraut und konnten etwas Schlaf nachholen, bis mich meine Rute aus den Träumen in die Realität zurückholte… der erste Fisch des Tages Schoss los. Doch er setzte sich gleich in eines der Hindernisse fest. So ein Mist… wieder verloren. Jetzt war Stiefel dran, doch auch bei Ihm klebte das Pech an den Händen. Ich riss dann noch mein Pod um und wässerte meine Bissanzeiger,  der Tag schon fast gelaufen und die Laune senkte sich immer weiter…
So gut wie unsere Absenkbleie auch waren zogen sie  doch die Schnüre in die Unterwasserhindernisse. Damit hatten wir nicht gerechnet…  Es schien alles gegen uns zu laufen. Doch wir schafften es noch Fische zu fangen und unsere Führung weiter ausbauen. Als wir um 1 Uhr wieder in unserer Wohnung waren berieten wir uns mit Team 2, Michel und Jan konnten leider keinen weiteren Fisch fangen und wir übergaben unseren zweiten Platz, im Rio Segre, den beiden. Wir haben diesen Platz jeden Tag gefüttert aber nicht drauf gefischt, wir wollten im Delta bleiben, das stand fest. Daher übergaben wir gerne den Platz an die beiden. Die Auswertung dauerte wieder etwas länger und er Wecker hämmerte uns aus dem Tiefschlaf.


Am Mittwoch war wieder alles so schlimm Früh und so schlimm Dunkel… Es war komisch die Boote zu beladen und nicht mal von den anderen Angeln einen „Guten Morgen“ zu bekommen. Wir hatten aber immer das Glück das wir am frühsten an den Booten waren und somit schon am Platz waren während die anderen noch nicht aus dem Bett gefallen waren. Das Wasser schien wieder ruhig und flach, kein Kraut und keine Strömung. Perfekt. Wir beschlossen wieder vom Ufer aus zu fischen jedoch ließen wir uns die Option offen auf das Boot zu wechseln sollte  die Strömung wieder beginnen und das Kraut uns terrorisieren. Falls dies eintritt wollten wir uns direkt auf der Kante festmachen und somit direkt von unsern Füssen zu fischen. Wir waren von dem gestiegen Abend sehr müde und holten etwas Schlaf nach. Doch die Fische hielten uns wach, sie sprangen und rollten auf dem Platz. Um 11 Uhr dann der erste Lauf an meiner Rute. An dieser hatte ich bereits am gestiegen Tag 2 Fische verloren. Ich machte mir Sorgen das auch dieser Lauf schlecht ausgeht. Ich ließ den Fisch schwimmen und wir fuhren erst einmal mit dem Boot über den Fisch bevor ich die Spannung zum Fisch richtig aufnehmen wollte. Mit dieser Taktik habe ich schon viele Fische bekommen da sich die Fische schnell nach dem Biss wieder beruhigen und an der freien Leine nicht weiter flüchten. Timo und der Guide Taffi sahen uns aus der Ferne und kamen per Boot schnell mit der Camara. Ich baute Druck auf, als wir über dem Fisch waren ich spürte den Fisch doch dann der Schock. Der Fisch hing wieder im Freiwasser fest… Was ist da bloß. Ich zog aus verschiedenen Winkeln… dann versuchte ich es mit roher Gewalt. Dann ein kleiner Ruck und der Fisch war frei… Zum Glück… Jetzt machte der Fisch richtig Druck und lieferte einen traumhaften Drill… Ich genoss den Drill in vollen Zügen und kostete jede Sekunde aus bis der Ebro Bulle im Kescher verschwand.


Was für ein Glück endlich wieder einen bekommen. Jetzt untersuchten wir den Grund mit dem Echolot um zu sehen was mir die letzten drei Fische versaute. Dann die Erkenntnis, am Grund waren zerklüftete Felsenplatten welche sich übereinander lagerten und einige Hohlräume bildeten und in diese flüchteten die Fische… Diese Bande… Doch ich kannte jetzt das Problem und wusste was mein unsichtbarer Gegner war. Glücklich über den Fisch ging es dann weiter zur verdienten Fotosession. Plötzlich stieg das Wasser wieder und der Strömungsdruck nahm extrem zu. Jetzt mussten wir schnell reagieren und packten unserer Takle ins Boot. Es ist die Zeit gekommen die zweite Option zu wählen und von nun an vom Boot, direkt vor der Kante zu ankern und zu fischen. Jetzt hatten wir einen besseren Winkel zum Drillen und eine Wurfweite von gut 25 m. Wir wollten jetzt keinen Fisch mehr verlieren denn das wurmte uns beide sehr. Uns war es egal ob wir gewinnen oder nicht aber wenn man seit dem ersten Tag an auf dem 1.Platz liegt will man sich diesen nicht durch unnötige Fehler wieder nehmen lassen. Die Bisse kamen weiter doch uns klebte der … an den Händen. Wir verloren wieder einige Fische… Sie stiegen aus… Ich bekam einen super Lauf und drillte einen großen Fisch, langsam konnte ich Ihn bremsen und ich spürte sein hohes Gewicht  am anderen Ende der Schnur als er ruhig seine Bahnen zog. Der Fisch war sehr gut… Mein Herz raste… doch dann ein Ruck und die Schnurr erschlaffte …aus gestiegen… Ich hätte heulen können… Stiefel bekam dann endlich wieder einen Fisch und konnte einen 38 Pf. Schuppi landen. Darüber freuten wir uns riesig. Vom Carp Side Team 2 erreichte uns die Nachricht dass auch Jan einen weiteren Fisch von 28 Pf. Zum Landgang bewegen konnte. Dieser Fisch von Jan änderte die Wertung  denn mit den beiden großen Fischen von Jan war jetzt Carp Side Team 2 hinter uns auf dem 2. Platz. Michel hatte dann eine Begegnung der dritten Art… Alles fing mit einigen kurzen Piepsern an. Er vermutete etwas Kraut welches die Schnurr weiter in die Strömung drückte. Er wollte die Rute wieder reinholen und neu ablegen. Er Schlug an, um die Rute schnell aus dem Wasser zubekommen, doch dann Schlug etwas mit voller Kraft zurück und Riess seine Rute nach unter. Michel schaffte es nicht mehr die Rute hoch zu halten und die Schnur flog nur so von der Rolle. Der Fisch schoss mit Top Speed los und die Schnur nährte sich langsam dem Ende. Michel versuchte ein letztes Mal die Rolle fest zu halten um den Fisch zu bremsen, kein Zentimeter konnte jetzt mehr von der Rolle weichen doch dem Fisch war  egal was Michel da versuchte. Michel spürte  wie sich die Schlagschnur  dehnte bis diese im nächsten Moment zerfetzte … Wahnsinn… 70 ziger Mono einfach durch. Was war das… wir nannten das Geschoß am anderen Ende ehrfürchtig El Welso…. Darauf mussten wir in der Wohnung erst einmal etwas trinken. Wir werden El Welso immer verehren.
Pünktlich um 1 Uhr waren wir wieder im Zimmer, Simon und der Guide Micha kamen uns freudiger Weise besuchen… Unsere kleine Feier zog sich bis tief in die Nacht… Bis um 5 Uhr saßen wir zusammen… Dann nach kurzem Schlaf regte uns der Wecker voll auf… Ich hatte es geschafft etwas zu schlafen doch Stiefel lag noch wach auf der Couch… Völlig übermüdet schleppten wir uns in Richtung Boot… Wir waren wieder die ersten… Wobei wir nicht allein waren…!



Es war Donnerstag und der letzte Tag an dem wir bis 0 Uhr fischen konnten. Wir verankerten uns wieder und platzierten unsere Ruten auf dem Vorgefütterten Spot. Völlig verpeielt schliefen wir den halben Tag auf dem Boot. Uns erreichte die Nachricht das das „Polen Team“ gute Fische gefangen hat und sich vor das Carp Side Team 2 auf den 2. Platz gefischt hat. Jetzt waren sie sogar dicht hinter uns und es wurde spannend. Wir konzentrierten uns auf das fischen… fütterten einige Ballen Pellet Teig und einige Pellets, stellten Montagen um, fischten mit kleinen Ködern… doch… bei uns wollte bis 22 Uhr nichts laufen. Die Strömung welche von der Staumauer kam, drückte die Umbruchschicht von uns weg und es war deutlich zu sehen dass die Fische der Sicht folgten. Wir konnten nur wenige Fische  auf unserem Platz rollen hören. Jetzt war guter Rat teuer, was machen, mouven oder warten. Seit Tagen fütterten wir diesen Platz daher mussten die Fische einfach kommen, wir blieben! Endlich kamen die ersten Bisse. Stiefel verlor 2 Fische hinter einander, er konnte kaum einen Fisch halten dann schlitzen sie einfach aus. Wir waren echt down… Dann um kurz nach 23 Uhr endlich ein Biss bei mir. Ich habe den Fisch Mega vorsichtig gedrillt und endlich wanderte dieser mittlere Zwanziger in den Kescher… Zum Glück… Dann ging es gleich weiter ein Biss bei Stiefel, harter Drill super langer Fisch! 31 Pf. Und die Führung hatten wir wieder  ausgebaut. Um 0 Uhr dann die glückliche Fotosession und die Bestätigung das das „Polen Team“ weiter nichts mehr fangen konnten somit waren wir schon fast durch. Glücklich und erleichtert saßen wir wieder um 1 Uhr in der Wohnung. Jan und Michel konnten leider keinen Fisch fangen…
Der letzte Morgen kam, doch an diesem Morgen waren wir fast die letzten am Steg. Wir packten ein letztes Mal unser Takle ins Boot und fuhren zum Spot. Die Fische waren wieder am Platz und rollten 5 m vor unserem Boot. Jedoch wollte die Bande nicht beißen so nutzten wir die Zeit für Fotosessions und Videoszenen für den Live Blog. Sogar der Himmel Riess fast auf. Die ganze Woche hatten wir keine Sonne gesehen und haben jeden Tag bei 12 Grad mit Nebel auf dem Wasser erleben dürfen… Man war das stellenweise kalt! Das fischen war bis 15 Uhr angesetzt, als bis 14 Uhr nichts passierte  packten wir zusammen und fuhren langsam in den Hafen zurück. Unser Blick schweifte ein letztes Mal über die einmalige Location… Schnell ist die Zeit vergangen… Viel zu schnell.


Viel konnten wir über das Gewässer lernen und wir konnten uns glücklich schätzen einige Fische in den Händen halten zu können. Insgesamt fingen wir 9 Fische mit einem Total Gewicht von 257 Pf. jedoch verloren wir aber 15 Fische!
Eins stand aber fest!!! Wir kommen wieder! Der Ebro hat einen enormen Bestand an Karpfen und ein enormes Potenzial. Einfach ein Gewässer der Superlative!

Die Siegerehrung folgte am Abend und es stand fest. Gewinner ist Carp Side Team 1 mit Christian Graßhoff und Christian Stief Wahnsinn… wir hatten gewonnen… Der Lohn für die Arbeit und die Mühen. Das „Polnische Team“ ging auf Platz 2 und der dritte Platz ging an ein Team aus dem Saarland. Der Sonderpreis für den größten Fisch ging ebenfalls an das Carp Side Team! Jan durfte sich über diesen Sonderpreis freuen! Alles in allem ein Wahnsinns Ergebnis für und das Team der Carp Side und für mich selber!
Der Siegerehrung folgte der gemütliche Teil des Abends. Oli und sein Urlaub nach Maß Team ließen keine Wünsche offen und zauberten ein riesiges Barbecue Buffet. Sensationell! Wir feierten bis spät in die Nacht und somit neigte sich ein sehr schöner Urlaub leider dem Ende zu.


Ich kann nur jedem empfehlen die Erfahrung, Ebro fischen einmal  zu erleben und sich den spanischen Bullen zu stellen. Es ist ein unbeschreibliches und  wunderschönes fischen in einer einmaligen Location. Oli und sein Team sind einfach Wahnsinn und ich habe selten solche netten und hilfsbereiten Menschen erleben dürfen.  Einfach Sensationell!
Für alle Fragen und Infos steht euch Oli gerne unter seine Homepage www.urlaub-nach-mass.com zur Verfügung.

Grüße euer Grassi und das Team der Carp Side!
Alle Bilder und einen Rückblick über das Ebro Event der CHM könnt Ihr in der Februar Ausgabe der CHM lesen!


 Beschreibung: chm

 

Über die Grenzen hinaus…

Morgendliches erwachen auf dem Boot…

Wir Karpfenangler sind schon ein Volk für uns. Wir treiben uns stundenlang am Wasser rum und sind dabei immer auf der Suche nach neuen Stellen und neuen Herausforderungen.  Die Zeiten sind vorbei, wo es so einfach war ,einen unserer Lieblinge auf die Schuppen zu legen. Längst ist der Angeldruck gestiegen, die Auflagen verschärft und unsere Zielfische haben sich in die zahlreichen Schongebiete zurück gezogen. Was leider zuviel für die Meisten unter uns ist. Sie harren immer noch an den damals fängigen Stellen aus, wo sie es auch schaffen den einen oder anderen “normalen” zu landen. Ich für meinen Teil finde mich damit nicht ab, denn ich bin immer bestrebt neue Wege zu gehen und an den Stellen zu fischen, wo noch keiner war und das mit Erfolg!
Der Wandel der Zeit hinterlässt seine Spuren und leider schaffen es nur  die Wenigsten  sich anzupassen und auf Dauer erfolgreich zu sein. Nur diejenigen, die neue Wege einschlagen werden das erhabene Gefühl erleben , wenn die neue Stelle oder das neue Rig funktioniert. Ich will nicht alles komplizierter machen, als es ohnehin schon geworden ist. Meine Montagen sind simpel aber voll  effizient. Nur wenn diese Montagen nicht mehr fangen, dann kann es auch gern kompliziert werden.
Dieser Bericht soll sich jetzt aber nicht um Rigs and More handeln, sondern ich möchte euch nahe legen Ausschau nach neuen Stellen zu halten und neue Wege zugehen und allen einen Schritt voraus  zu sein. Die Meisten stellen sich jetzt die Frage: “Wie soll man das anstellen?”.  Wie anfangs schon erwähnt sind gerade in den letzten Jahren die Schongebiete erweitert worden. Deshalb müssen wir uns was einfallen lassen wie wir in diese Gebiete zukommen. Und damit meine ich nicht in einer Nacht und Nebel Aktion in das Schongebiet zufahren und sich mitten in diesen Areals zu verschanzen.
Als Schongebiete meine ich jedoch  nicht diese Gebiete die, für die Fische als Rückzugsort  dienen, sondern diese Bereiche an denen das Ufer nicht betreten werden darf, also Vogelschutzgebiet oder Biosphärenreservat für Schilfwachstum.


Fischen vom Land aus verboten.

Ich halte nichts davon die Montagen jetzt per Boot hunderte von Metern rauszuschleppen., denn dadurch ziehen wir nur den Zorn anderer Angler auf uns, die dadurch in ihrer Angelei eingeschränkt oder gehindert werden.
Ich denke auch nicht das wir unser Ziel erreichen wenn wir Tage lang an einer Stelle verweilen und hoffen das die Dicken kommen. Mit dem Schlauchboot sind wir flexibel genug um uns den Fischen anzupassen. Wir können perfekt auf das Verhalten und die Zugrichtungen der Fische eingehen. Das fischen vom Boot aus ist perfekt wenn man nur wenig Zeit hat.
So auch im letzten Sommer als ich für eine Nacht wieder an einen rund 120 Hektar See fahren wollte. Der See hat einen herrlichen Bestand an Karpfen meist sind es Schuppis um die 20Pf und einige Spiegler die locker die 30Pf Grenze knacken. Mein Ziel war es einen der Großen zu erwischen. Seid 2 Wochen habe ich die Stelle schon gefüttert. Dabei bin ich jeden zweiten Tag rund 60 km zum See gefahren. Als ich den See zum ersten mal mit dem Boot und Echolot befahren habe vielen mir sofort die riesigen Naturschutzgebiete auf wo das betreten des Ufers verboten war. Also ich mich einigen dieser Stellen nährte sah ich wie sich große Spiegler und Graser im Schutz der Seerosen sonnten. Sie hatten keine Scheu und tauchten nur langsam ab als ich mit dem Boot näher kam. Die Wassertiefe lag bei 1,5m und verlief zur Gewässermitte recht langsam abfallend. Dieser Bereich war voll von Seerosen und Schilf eine kleine Schneise im Schilf war perfekt für ein schnell entschlossenes vorhaben.
Wenn man den Schritt geht sich in die unberüherter Natur zusetzen sollte man auch steht’s darauf achten das die Vegetation auch so erhalten bleibt wie wir sie vorgefunden haben.
Nun stand das füttern an alle zwei Tage Mais, Tigers und Boilies. Ich brauchte mit dem Futter nicht sparen da die fische keine Scheu zeigten und kurz nachdem füttern schon anfingen zupressen. Das war wirklich ein einmaliges Erlebnis zu zusehen wie das Fressverhalten ist wenn sich die Fische in Sicherheit fühlten.

 Bereit zum füttern…

Nachdem ich die Stelle nun lang genug gefüttert habe ging es los zur Short Session. Am See angekommen belud ich mein Boot nur mit dem Nötigsten den der Platz auf dem Boot ist eng und man sollte sich genau überlegen was mit kommt oder nicht.

Nur das nötigste kommt mit ins Boot…
Schon auf dem Weg zur Stelle begann das kribbeln im Bauch und die Vorfreude auf das vor mir stehende war riesig als ich an der Stelle angekommen war. Die Futterplätze die erst voller Fadenalgen und Ablagerungen prägt waren, waren jetzt nur noch große Kiesfecken die deutlich  vom Gewässerboden schimmerten.

Meine kleine Schneise im Schilf in einem kleinen Teil des Sees…

Nachdem Auslagen der Ruten kam die Nacht sehr schnell und ich viel beim leichtem Schwanken des Bootes schnell in den Schlaf. Um 6 Uhr morgens weckte mich dann mein erster Lauf. Schnell ab in die Watthose und rein ins Wasser zur Rute. Es folgte ein Atemberaubender  Drill mitten in der aufgehenden  Sonne in unberüherter Natur. Der Fisch zog seine Bahnen immer enger und ich konnte schon einen großen Schatten näher kommen sehen. Eine kurze Flucht noch vor dem Kescher und dann ging es für meinen Freund in den Kescher. Meine Freude war riesig als ich im Kescher einen meiner Zielfische sah. Ich versorgte den Fisch und lichtet ihn für die Ewigkeit ab. Die Rute war gerade wieder im Wasser als meine zweite Rute sich meldete. Nach kurzem Drill führte ich einen kleinen Schuppi über den Kescher.

Mein Zeilfisch

Die Freude war groß als ich die Heimreise angetreten habe. Zurück lies ich noch  jewalls 5 Kg Boilies pro Stelle. Da die Fische die Plätze jetzt immer anschwammen fütterte ich nur noch Boilies die Weißfische fern zu halten. Es folgten wahre Traumnächte in den ich bis zu 10 Läufe die Nacht hatte.
Das alles hätte ich wohl nicht erleben können wenn ich wie alle stur vom Ufer aus an den normalen Stellen gefischt hätte. Es gibt nun viel Faktoren die man beachten muss wenn man vom Boot aus fischen möchte.

Lohn für die Mühen. Wundeschöne und kampfstarke Schuppis.

Bevor ihr jetzt aber los rennt ins Boot springt , euch eine Stelle sucht und dann einfach drauf los angelt um dann mit den vielen Schwierigkeiten konfrontiert werdet und  zum Albtraum wird. Möchte ich euch einige Tipps geben die mir auch sehr geholfen haben.
Schauen wir uns erstmal den See genau an wo wir unser Vorhaben durchführen wollen. Nicht die  Bequemlichkeit siegt  sondern die Fängigkeit der Stelle entscheidet. Suchen wir im See erstmal nach den Holding Areas , also die Bereiche die sonst nicht befischt werden können und wo sich die Karpfen in Sicherheit wiegen. In diesen Bereichen können wir oft schon beim Anfahren die ersten dicken beim Sonnen beobachten. Da diese Stellen oft sicher vor unseren Fallen sind, sammeln sich dort auch  die größten Schuppenträger des Sees. Glaubt mir ihr werden euch wundern wie viele kapitale Karpfen in dem See sind!
Wenn wir den Hot Spot gefunden haben suchen wir direkt in der nähe nach einer Stelle wo es möglich ist mit der Wathose  ins Wasser zukommen. Haben wir diese gefunden geht es weiter in der Planung. Das Anfüttern kann ruhig sparsam ausfallen ein paar Hände voll Futter reicht in den meisten Fällen schon aus, da sich unsere schuppigen Freunde ja schon an diesem Platz aufhalten und wir sie nicht  ohne Grund misstrauisch machen wollen. Also unbedingt großflächig das Futter verteilen!! So suchen sie aktiver ach der von uns eingebrachten Nahrung und verlieren die Scheu und entwickeln untereinander einen Futterneid.

Haben wir also die Stelle gefunden an der das Wasser seicht genug ist um ins Wasser zukommen. Geht es jetzt weiter mit der Verankerung. Schließlich wollen wir ja an der selben Stelle wieder aufwachen an der wir einschlafen. Ich verankere das Boot an drei Stellen einmal per Anker an der Front und dann jewalls  per langen Banstick an den beiden Seiten. An den Seiten verwende ich Spangummis damit sich das Boot mit den Wellen bewegen kann und ein schnelles Ablegen gewährleistet ist.
Getreu dem Motto weniger ist mehr. Lasse ich alles überflüssige Takle zu Hause und nehme nur das nötigste mit. Meist verzichte ich auf das Pod  um greife auf die bestens bewerten extra langen Bansticks zurück. Durch diese Art der Rutenaufstellung  im Wasser ist gewährleistet das diese auch im Brust tiefen Wasser sicher Liegen.

Bei schlechtem Wetter an anderer Stelle.


Zum Schutz vor Regen und Wind reist auch immer mein Shelter mit der per Spangummis und der Langen Storm poles perfekt und sicher am Boot aufgebaut werden kann. Wichtig daran ist die Windrichtung zu berücksichtigen. Auf jeden Fall immer mit dem Bug in Richtung  Wind verankern.
So drückt der Wind nur auf die geschlossene Seite des Shelters. Also aufpassen bevor man ein Segelboot hat.
Was wir jetzt noch brauchen ist unsere Liege die quer über das Boot gelegt wird. Ein warmer Schlafsack ist ein muss da die Nächte auf dem Wasser immer sehr kühl und feucht werden.
Eine Wathose und Watstiefel sind ein muss. Zubeachten ist auch beim kochen ist auch das immer ein Matte auf dem Schlauchbootboden liegt so das der Boden geschützt ist falls mal was umfällt.

Die Sicherheit ist ein sehr wichtiger Punkt. Oft sind die Wetterumschwünge grade auf den großen Seen sehr schnell verlaufen und sich  wahre Wetterschneisen bilden. Daher sollt immer auf das Wetter geachtet werden denn ein starker Wind der die Wellen auf peitscht bringt das Boot auch sehr schnell ins schwanken. Ich möchte jedem nahe legen , der eine Session vom Schlauchboot aus plant ein hochwertiges Boot zu nutzen. Es bringt nichts in einem Baumarktboot dieses Vorhaben zu beginnen. Für die eigene Sicherheit sei noch gesagt das eine Schwimmweste ein muss ist auf den großen Seen. Viel zu schnell kann was passieren wenn man bei schlechten Wetter  den See überquert oder eine Session im Schlauchboot macht.

 

Der Lohn für die Mühen…

Eine gut schwimmende Abhakmatte ist ebenso ein muss wie Net floate. Ach wenn kein Karpfen die Abhakmatte in beschlag nimmt kann man einiges auf der Matte zwischen lagern. Wie Fotoausrüstung oder ähnliches.

Perfekt im Sommer. Schnelle Session mit gutem Erfolg.

Ich hoffe ich habe einigen von euch etwas weiter geholfen oder euch neugierig auf etwas neues gemacht. Wenn ihr euch dafür entscheidet garantiere ich euch super Fänge und sehr angenehmes Schlafen bei leichten Wellen. Das einzigartige Gefühl wenn man früh am Morgen  die Augen öffnet  und kleine spielende Fische unter seinem Kopf  sieht…

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Glück für die nächste Session…

Christian Graßhoff

Die letzten Stunden,

von Christian Graßhoff

Bei einem leichten Strömungspiel, welches mein Boot zu Seite drehte, wachte ich auf. Vor mir liegen die schier endlos wirkenden Wassermassen das Po Delta ,welche mich im ersten Licht des Tages begrüßten. Eine leichte Nebelwand ist am Ufer zusehen und langsam schiebt sich die Sonne über den Nebel. Es ist ein Atemberaubender Anblick der mir zeigt das, das Karpfenangeln so viel mehr ist. In diesem Moment liege ich wie gefesselt auf meiner Liege und verspüre ein Gefühl des Da seins. Es zählt nur der Moment des Sonnenaufgangs, nur das hier und jetzt. Vergessen sind die Blanknächte und die damit verbundenen bohrenden Zweifel. Ich verspüre einen Moment des innerlichen Friedens und Atme tief ein und aus. Es ist als würde ich jetzt verstehen. Ich lasse mich einfach überrollen von den Eindrücken die bei diesem Sonnenaufgang auf mich einwirken. Es ist der Atemberaubendes Moment den ich bis jetzt bei angeln erleben durfte.
Es ist Bereits der Donnerstag morgen und es liegen 5 Nächte hinter mir in denen ich einen kleinen Schuppi fangen konnte der nicht mehr als 4 Pf auf die Waage brachte.  Doch lasst mich euch den Weg bis hier einmal erzählen…

Es ist Freitagnacht als wir um 0 Uhr den ersten Blick auf das Delta werfen können. Nun waren wir endlich hier. Lange Zeit der Planung und unzählige Telefonate und Vorbereitungen liegen nun hinter uns, jetzt zählt nur das vor uns liegende. Es sollte ein schöner Trip unter Freunden werden doch für mich sollte es so viel mehr werden was ich noch nicht erahnen konnte. Weiter ging die Fahrt an den Hafen wo wir am Samstagmorgen die beiden Boote in empfang nehmen konnten. Jetzt war es aber erst 0 Uhr und die Vorfreude war so groß das an schlafen nicht zu denken war. Wir fanden eine Pizzeria die noch geöffnet hatte. Dort bekamen wir auch was damit die Müdigkeit doch einsetzte. Nach ein paar Stunden schlaf im Flavor  durchtränktem Auto ging es an den Hafen und zu den beiden Booten. Die Vorfreude war wieder voll da und die Ungewissheit was würde uns erwarten  nahm nun vollen Besitz von uns. Die erste Fahrt auf den Delta machte dies noch viel schlimmer. Es war eine Insel die unser Ziel war. Schnell hatten wir sie gefunden und zurück ging es in den Hafen um die Boote zugeladen. Dies passierte wie mechanisch wie von selbst. Vollbeladen ging es dann zu unserer Inseln.

Die Insel teilet den Storm und lässt ein fischen zu allen Richtungen zu. Interessante Flachwasserbereiche und Rinnen sowie Strömungsfreie Bereiche prägen die Unterwasserstruktur. Gerade jetzt in Frühjahr wo das Wasser sich Tag für Tag erwärmt ziehen die Fische in die Flachwasserbereiche. Meine Platzwahl fiel auf der Ende der Insel wo ich einmal in Wurfweite eine Rinne vor dem anderen Ufer befischen konnte sowie meine zweite an einer Kante in Wurfweite vor mir wo sich die Strömung brach und von 0.50m auf 2.50m abfiel. Die dritte Rute sollte ihren Platz in Richtung Hauptstrom finden. Ich fand einen interessanten Platz wo eine Rinne verlief. Dort waren es 2.80 m tief und ich legte einen großen Futterplatz an. Von meiner Stelle konnte ich diesen Platz nicht befischen da die Strömung direkt auf die Schnurr traf und große Schnurrbögen bis zum abtreiben des 10 ob Bleis verursachte. Somit fischte ich die dritte Rute auch in Wurfweite in der Mitte der Durchströmung. Dort fand ich eine kleine Vertiefung an der sich das Futtersammeln sollte. Bereits eine halbe Stunde nach dem ich die erste Rute auswarf erfolgte, ohne das schon Futter an die Stelle kam, mein erster Lauf auf meinen Ummantelten Red Spice Fish. Nach kurzem Kontakt verlor ich den Fisch wieder. Voller Zuversicht auf die Nacht brachten jetzt auch  alle die Ruten raus.  Die meisten Ruten kamen gestaffelt in die Rinne vor dem anderen Ufer. Wo sich nach dem füttern auch die ersten Fische zeigten. In der Nacht meldete dann auch mein RX einen Dauerton und konnte meinen ersten Italiener auf die Matte legen. Ach Ronny konnte seine ersten Fische in der Rinne fangen.  Jetzt machten uns Brassen und Rapfen das leben schwer zudem bildeten sich auch ihr in Wurfweite Strömung bedingt  Schnurrbögen die, die Ruten wanderten ließen.


Der Sonntag verging ohne weiteren Erfolg. Am Abend fütterte ich meinen Platz, in der Hauptstromnähe , weiterund konnte schon die ersten Fische rollen sehen. Die Nacht verlief gut für meine Freunde und sie konnten einige Fische fangen. Gerade Ronny fing sehr gut und in wahrer Teamarbeit stand ich ihm immer zur Seite wenn es zum Fisch ging. Meine Ruten blieben ruhig obwohl sie nur einige Meter neben Ronny seinen Ruten lagen. Auch Guido konnte fangen und er erste Fisch über 20 Pf landete in seinem Kescher.  Der Montag verging und ich konnte außer Keschern und Fotografieren nicht in Fischnähe kommen. Das wandern der Bleie machte uns zu schaffen und ich suchte nach einer Lösung wie meine Montagen auf meinem Spot liegen blieben. Aber erstmal hieß es weiter den vierten Platz füttern, wo sich jetzt immer mehr Fische zeigten und durch lautstarkes springen auf sich aufmerksam machten. Am Dienstag war es dann endlich soweit und ich plante meinen Bootstrip zu meiner 4 Stelle. Nachdem ich die Erfolge meiner Freunde vor der Linse hatte. Startete ich voller Begeisterung den Bootsaufbau damit ich die Nacht auf dem Boot verbringen konnte.


Die Liege aufs Boot und nur das nötigste unter ihr verstaut. Das Pod machte ich mit Spanngurten fest und los ging am Abend die Reise zum ersehnten Glück. Es waren jetzt schon einige Nächte vergangen indem ich nur die Fische meiner Freunde zu sehen bekam und schöne Fische bei Ronny Keschern konnte. Die Freude für jeden Fisch den sie fangen konnten war da doch in mir entwickelte sich langsam ein Zwiespalt der Gefühle zwischen Freude und tiefster Enttäuschung. In diesen Situationen waren die Aufbauenden Worte meiner Freunde echt Gold wert. Aber jetzt sollte alles anderes werden. Zurück im Spiel wollte ich sein wenn ich kommenden Morgen wieder zurück ans Ufer kommen würde. Also los zum Fisch… An meiner Stelle angekommen fütterte ich jetzt etwas weniger, rund 5 Kg Boilies und Pelletts reichten. Ich verankerte mich rund 30 m vom Platz , in 1,60 m tiefem Wasser, weg. So konnte ich die Ruten bequem werfen und auch nach füttern ohne deutlichen Krach zu verursachen.  Nachdem ich die Ruten ausgeworfen hatte und das schöne Gefühl genossen habe endlich mal wieder auf dem Boot schlaffen zu können. Bemerkte ich wie ich langsam Stromabwärts abtrieb. Zentimeter für Zentimeter… Mist… Die Verankerung hielt dem Strömungsdruck nicht stand… Jetzt blieb mir nichts anderes übrig als mit gesegnetem Kopf zurück zur Insel zufahren… Die Enttäuschung war groß und die Zweifel, das ich überhaupt noch einen Fisch fangen würde, waren groß. Es schien nichts zu funktionieren. Am Ufer begrüßte mich Ronny der ebenso geknickt war, das meine Plan nicht funktioniert hatte, wie ich. Er baute mich wieder auf und ich setzte meine zweite Idee in die Tat um. Nach reichlich Überlegung entschied ich mich dazu eine Abrissleine zu nutzen wie wir sie vom Waller fischen her kannten. Dazu spannte ich eine 20 kg Schnurr, zwischen zwei Bäumen welche über meinen Platz hingen, befestigte zwei starke Wirbel an ihr. Jetzt montierte ich an meiner Hauptschnurr ebenfalls einen Wirbel an dem ich dann eine 18 ner Monofile Schnurr als Reißleine einklinken konnte. Positiver Nebeneffekt  war das nun die Hauptschnurr an der Kante lang hoch verlief und so nicht mehr von den Fischen berührt werden konnte. Leider blieb die Nacht bei allen sehr ruhig und nicht ein Biss hob uns von der Liege.
Jetzt am Donnerstag war der Tag gekommen und ich besorgte mir einen weiteren Anker der mich jetzt auf der Stelle halten sollte. Voller Tatendrang plante ich den ganzen Tag als ich in der warmen Sonne lag. Der Abend rückte nähr und ich verstaute wieder das nötigste im Boot, verankerte das Pop und fuhr zum Platz. Es hielt alles und alles schien perfekt. Die Ruten lagen an ort und Stelle das Futter wanderte Postwendend hinterher und ich war voller Optimismus. Ich schaute zurück zum Camp als ich Ronny Lampe blinken sah. Keine Frage. Er hatte wieder gefangen. Ich freute mich für ihn und war mir sicher diese Nacht rockt es auch an meinen Ruten wieder. Um 0 Uhr weckte mich mein Wecker. Mist noch keine Aktionen an den Ruten gehabt. Ich fütterte wieder nach und legte mich wieder hin. Beim zurück schauen zur Insel brannte wieder Ronny Lampe. Kurze Zeit später blinkte es wieder in meine Richtung. Er hat wieder gefangen. Zweifel durchbohrten mich. War die Entscheidung richtig meinen Platz neben ihm aufzugeben und hier zufischen… Unter zweifeln schlief ich wieder ein und wachte erst durch ein Strömungsspiel welches mein Boot zur Seite drückte wieder auf.
Der Sonnenaufgang… Dieser Herrliche Moment… er schenkte mir viel mehr als nur ein Gutes Gefühl. Ronny bot mir schon im Vorfeld seine Stelle an aber ich blieb mir treu und vertraute auf mich und meine Taktik sowie auf meine Boilies. In diesem Moment des Sonnenaufgangs  war es als ob mir jemand bewusst machen wollte wie wichtig das Vertrauen in seine Fähigkeiten ist. Ich sah plötzlich alles so als war ein eine Prüfung. Ein Jubelschrei riss mich aus meinen Gedanken. Ich schaute zurück uns sah wie Nadine einen mächtigen Fisch über den Kescher ziehen konnte. Ich fahr zurück und auf der Matte lag ein schöner 35,6 Pf Schuppi. Ich freute mich sehr über den Fisch den Sie gefangen hatte und innerlich war das Gefühl von Zweifel verschwunden. Gestärkt von dem Willen nie aufzugeben fuhr ich mit dem Boot raus zum Platz um zu füttern.  Ein Baum , welcher angespült vom letzten Hochwasser war, lag zwischen mir und meinem Platz. Ich entschied mich dafür meinen sonstigen Landplatz an der Spitze aufzugeben und weiter in die Mitte zurücken um mit der Strömung auf meinem Platz zu fischen.

Die Bereiche schienen perfekt von dem ich von landaus angeln konnte dennoch brachten sie mir nur einen Fisch in 4 Nächten. Also gab ich sie auf. Welchen ich aber unter keinen Umständen aufgeben wollte war mein 4 Platz den ich schon seid dem ersten Tag an fütterte. Ich fuhr wieder raus und fütterte weiter den Platz. Jetzt fütterte ich den Platz 20 m Strom aufwärts so das ich von Land aus den Platz erreichen konnte. Jetzt stellte ich eine Rute rund 30 m Richtung Inselmitte auf welche ich auf dem Platz fischte. Der Strömungsdruck war hart doch dadurch das meine Schnurr fast mit der Strömung ging blieb alles an meinem Platz. Der Abend kam und meine Freunde fingen weiter. Den ganzen Tag hindurch fing Ronny seine Fische. Mit aufbauenden Worten puschte er mich immer wieder und stand mir immer zur Seite wenn ich die Ruten ausfahren wollte oder neue Ideen durchsprach. Es war nun Donnerstag und nur noch zwei Nächte lagen vor mir. Etwas bedrückt schaute ich nun aus der Wäsche. Aber ich sagte mir immer wieder. Bleib am Ball und gebe nicht auf. Es wird noch funktionieren. Ronny konnte jetzt schon fast seinen 20. Fisch fangen und ich hatte immer noch nur einen von 4 Pf. Wir gingen in die Zelte und ich drehte mich hin und her… Voller gemischten Gefühlen und Hoffnung auf den Letzten Tag schlief ich dann ein. Um 0.30 Uhr dann ein komisches Geräusch von meinem Tisch… Jaaaa Biss auf meiner Rute die ich auf meinem 4. Platz gelassen hatte. Mein Vertrauen in mich und in mein Futter zahlte sich aus. Ich fand mich nun in finsterer Nacht mit krummer Rute im Wasser wieder. Aber was war das. Nach kurzem Kontakt spürte ich wie meine geflochtene Schnurr Baumkontakt hatte. Kurz darauf spürte ich keine Schläge mehr vom Fisch. Mist verloren… Geknickt stieg ich ins Boot als ich an Ronny vorbei fuht fragte er mich nur was los sei und ich sagte nur Fisch verloren. Er sagte darauf nichts mehr außer komm mach Platz ich komme mit raus. Ich hatte die Rute in der Hand und er ruderte in Richtung Hindernis. Keine Schläge in der Rute nur Widerstand. Am Baum angekommen zog ich die Schnurr raus und auf einmal kam wieder richtig leben in die Rute. Ja Kontakt. Kurz darauf tauchte ein großer Schuppi neben dem Boot auf und uns wurde nun uns beiden klar das wir den Kescher am Ufer gelassen hatten da ich nicht mehr mit einen Fisch rechnete. Jetzt saßen wir nun da, ich mir krummer Rute an der sich der Fisch austobte und Ronny der langsam Richtung Land zurück ruderte. Drill ihn aus wir ziehen ihn in Richtung Ufer wo der Kescher ist. So schleppten wir den Fisch halb ab. Rund 30 m Meter vor dem Ufer stieg ich aus und drillte nun weiter. Ronny fuhr zum land und holte den Kescher. Ich stand in einem halben Meter Wasser und federte die Fluchten ab. Ronny kam endlich mit dem Kescher in der Hand wieder und wir konnten den Fisch landen. Mein Schrei halte durch die Nacht und in den Machen lag ein langer Schuppi über 30 Pf. Endlich zahlte sich alles aus. Die Gefühle überrannten mich und ich strahlte über beide Ohren. Sanft legte ich den Fisch auf die Matte und betrachtete den großen Burschen. Er war verdammt lang aber relativ schlank. Seine Schwanzflosse zeichnete starke Spuren eines Kampfes mit einem Fischernetz oder mit einem zusammen Stoß mit einer Schiffsschraube auf. Die Waage blieb bei 31,8 Pf stehen und überglücklich Bedankte ich mich bei Ronny für seine Hilfe ohne die ich bestimmt sehr alt ausgesehen hätte.


Am Freitag morgen freute ich mich immer noch wie ein kleines Kind über den Fisch und darauf das auch ich jetzt mal einen in die Kamera halten konnte.
Der letzte Tag ist also da und ich konnte einen knapp 32 Pf Schuppi landen. Ich setzte jetzt alles auf eine Karte und legte stand eine Rute zwei Ruten raus auf meinem Futterplatz der sich in 140 m befand. Ich strahlte den ganzen Tag schon und war endlich wieder zurück im Spiel.

Um 15.30 Uhr dann auf einmal Vollrun auf einer Rute die ebenfalls mit einem 30 mm Red Spice Fish bestückt war. Ich drillte den Fisch von land aus da ich ihn so von dem Baum etwas weg halten konnte. Die Fluchten waren Wahnsinn  und ich hielt mit aller Kraft dagegen. Ich stand jetzt 20 m weit im Wasser und der Fisch zog weiter. Stück für Stück folgte der Fisch meinem Druck und in Keschernähe zeigte sich wieder ein langer schlanker Schuppi. Die Waage bleib bei 22 Pf stehen. Voller Freude über mein zweiten Fisch hielt ich ihn in die Kamera und lies in wieder in sein Element zurück. Der Abend nährte sich in Wind und Regen zogen auf. Es war 17 Uhr und ich plante gerade alle drei Ruten draußen zu platzieren als ein Schlag durch meine Rute fuhr Sekunden später dann Fallbiss, diese Rute hatte ich am Ende meines Futterplatzes mit einem Ummantelten Monster Crab platziert. Schnell kurbelte ich nach und nahm Kontakt auf. Der Fisch war rasant unterwegs und wusste ganz genau war er hin wollte. Ich lief weiter ins Wasser und machte ordentlich Druck. Meine 3,5 lbs Rute arbeitete unter Vollspannung und der Fisch änderte die Richtung . Ins Freiwasser schwamm er jetzt und ich Drillte wieder etwas sanfte. Atemberaubende Fluchten lieferte der Fisch und ich bekam ihn nur langsam nähr. Dann endlich war es soweit und mein 4 Schuppi wanderte in den Kescher. Ein Bildschöner langer Flussschuppi lag vor mir. Er war total ausgepowert von dem Drill. Sanft führte ich den Fisch durch das Wasser auf die Matte. Die Waage blieb bei 24 Pf stehen  und langsam zog der Fisch wieder in Richtung Strom.


Was für ein Tag. Tage lange Blankphasen und jetzt ein Fisch nach dem anderen.
Jetzt platzierte ich alle Ruten auf meinem Platz. Eine ca. 20 m vor dem Futterplatz un d zwei genau drauf. Ich bestückte meine Rute welche abseits vom Futterplatz lag mit einem Monster Crab Hooker und einem Monster Crab Pop Up als Futter kam nur Pelletts zum Einsatz. Die andern beiden beköderte ich mit einem 30 mm Red Spice und einem 24 mm Ummantelten Monster Crab. Ich fütterte wieder großflächig 10 kg Boilies und Pelletts. Jetzt konnte die Nacht kommen. Der Regen blieb und der Wind frischte weiter aus. Um 22.45 Uhr meldete sich dann mein RX zum 4 mal und nach wunderschönen aber heimtückischen Fluchten landete ich einen durchschnittlichen Schuppi von  14 Pf. Die weitere Nacht verlief ruhig. Ronny konnte noch einen weiteren Fisch landen. Der letzte Morgen begrüßte uns mit Wind und Regen. Jetzt war leider das einpacken angesagt und es ging wieder in Richtung Deutschland.

In jedem Trip lernt man etwas dazu und man bekommt die Chance sich weiter zu entwickeln. Man lernt aus dem was man tut oder was am Wasser passiert. Diese Session hat mit gezeigt wie wichtig es ist, egal was auch passiert, die Hoffnung nicht aufzugeben und sein vertrauen in sich und in seine Baits nie zu verlieren. Man sollte sich immer selbst immer treu bleiben und zu dem stehen was man vertritt und was man tut. Denn gerade das ist in  Zeiten wo kaum einer den anderen trauen kann das was einen unterscheidet und oft auch den Unterschied macht.
Ich will euch meine Liebe Freunde, Nadine, Guido und Ronny für eure Unterstützung, euren Ansporn und vor allem für eure Hilfe danken.

Das angeln im Po Delta ist ein wahrer Herausforderung. Gerade im Frühjahr sind die Fische sehr launisch und man muss immer mit Hochwasser rechen. Das richtige Equipment ist entscheidend. Geht auf Nummer sicher und lieht euch gute Boote aus. Wir haben uns im Wallerparadies Watercraft Boote mit 20 PS Motoren ausgeliehen um sicher und schnell über das Wasser zukommen. Zudem bekommt ihr von Bertl und Heiko gute Infos übenden Fluss und Stellen Tipps gibt’s gratis dazu. Für weitere Infos stehe ich gerne bereit…

Viel Spaß im Delta…

Christian Graßhoff

Together on Tour,

In diesem Bericht geht es nicht um die riesen Fänge oder um außergewöhnliche Methoden zum Fang unsere Lieblinge. Ich möchte auch keinen normalen Erlebnisbericht schreiben wie ihr ihn aus den unzähligen Zeitschriften her kennen. Viel mehr geht es in diesem Bericht darum wie wir unser Hobby was genauer gesagt  eine wahre Lebenseinstellung geworden ist zusammen mit dem treusten Freund des Menschen verbringen.
Ich verbringe sehr viel Zeit in der Natur und am Wasser. Wo meine mittlerweile zwei Rhodesian Ridgebacks  mich immer begleiten. Wer mich schon mal am Wasser getroffen hat wird wissen was ich meine. Ich habe die beiden steht’s an meiner Seite beim fischen und es ist ein schönes Gefühl wenn man nicht alleine am Wasser ist und eine gute Ablenkung  wenn mal nichts Beißt. Ich möchte denen  unter euch  helfen das ihr euren Hund heil ans Wasser bekommt und  eure Session nicht für die Katz wird.

Es war im März als ich ins Auto sprang und mich auf nach Berlin machte. Die Vergangen Tage waren hart für mich und sie stellten die Weichen in eine neue Zukunft, eine Zukunft in der ich nicht mehr alleine sein sollte. An meinem Ziel angekommen begrüßten mich mehrer Hunde. Einer davon sprang mir auf den Arm und wollte nicht mehr runter. Es war nahe liegend das sich der Eine kurze Zeit später in meinem Auto wieder fand. Zu Hause angekommen zeigte ich Carlos sein neues Reich. Carlos 10 Wochen alt, das Fell viel zu groß für den kleinen Körper und riesen Pfoten die schon zeigten das er noch etwas wachsen will. Meine Eltern und Schwestern schauten nicht schlecht als ich sie vor vollendete Tatsachen stellte bzw. Carlos sie vor sich stellte. Wir verbrachten viel Zeit mit einander und im Mai stand die erste Mecklenburg Session für uns beide an. 10 Tage, zwei Seen und verschiedene Stellen. Es war für uns ein riesen Spaß und Carlos das große Fische aus dem Wasser kommen die man vom Boot aus mit der Angel fängt. Bereits am Ende der 10 Tages Session war Carlos bei einem Biss noch vor mir im Boot. Es folgten noch weitere viele Session und der Höhepunkt war gekommen als wir im darauf folgenden Frühjahr einen weiteren kleinen Freund der selben Rasse bei uns aufnahmen. Ab nun an ging es mit zwei Ridgebacks ans Wasser.

Seitdem habe ich reichlich Erfahrungen gesammelt, die mir jetzt helfen auch mit zwei Großen ans Wasser zufahren. Der Hund ist ein Tier was seinem Herrchen treu ergeben ist und er ist in der Lage sehr schnell zu lernen. Er unterscheidet sehr gut was ihm Spaß macht oder was nicht. Glaubt mir unsere Vierbeiner lieben es mit in der Natur zu sein. Da in solchen Situationen ihre Urinstinkte wieder geweckt werden. Das heißt für uns wachsam sein denn Urinstinkt heißt jagen. Da wir nicht wollen das unser Liebling dem Wild hinterher rennt und verschwunden ist, ist es nötig sich im Vorfeld schon darüber klar zu werden wie groß die Verantwortung ist die wir zusätzlich mit ans Wasser nehmen.

Die beste Pod Security die man haben kann…

Es ist ein wahres Vergnügen wenn ich meine beiden beim spielen am Wasser zu sehen kann.
Rennen, laufen und  sich gegenseitig jagen ist ihre Lieblingsbeschäftigung. Gut viele denken jetzt dann fängt man ja eh nichts. Was ich aber widerlegen kann. Sehr oft kamen die Bisse, grade an der Elbe, als die beiden voll in fahrt waren. Nach einem Biss ist es ein wahres Schauspiel zu beobachten was die beiden machen. Auf einmal ist ihnen alles andere egal. Sie sitzen neben mir und schauen interessant zu und halten Ausschau nach unserem Fang.

 

Nicht nur ich interessiere mich für den Fang.

Es brauch sehr viel Geduld bis der Hund lernt was er am Wasser darf und was nicht. Inzwischen reagieren meine Lieben auf jeden einzelnen Piepser und bei einem Voll Run sind sie schneller als ich an der Rute oder warten schon im Schlauchboot! Trotz dem jungen Alter der beiden, ist es erstaunlich was sie in den letzten 2 Jahren alles gelernt haben.
Zum Thema Schlauchboot  sei gesagt. Es brauch manchmal etwas länger bis sich Hunde daran gewöhnen auf einem schwankendem Ding über das Wasser zufahren und still  sitzen zu bleiben. Am besten nehmt ihr euren einfach mal mit wenn ihr zum Füttern fahrt oder ihr nehmt zum Baden ein Schlauchboot mit. Wichtig ist das er lernt das  keine Gefahr von dem Schlauchboot ausgeht. Passt auf das er nicht vom Boot ins Wasser springt denn was sie einmal gemacht haben machen sie immer wieder. Also verbeugen. Denn das schlimmste was passieren kann ist wenn er beim moven vom Boot springt  und klitsch nass ist.
Im Sommer kein Thema klar. Aber bekommt den Hund erstmal wieder trocken oder wieder ins Boot hinein.
Beim überqueren des Sees, mit dem voll gepacktem Schlauchboot ist sehr große Vorsicht geboten.
Für solche Situationen ist eine Schwimmweste ein Muss. Nicht nur für uns verrückten Angler sondern auch für unsere Mitreisenden. Keiner von uns will sich Vorstellen wie es ist einen treuen Freund zu verlieren  also im Vorfeld schon an die Sicherheit denken.

Ab geht’s zum Füttern…

Hund einpacken und los reicht allerdings nicht ganz. Ein Hund brauch ja auch noch einiges. Okay nicht jeder wird so verrückt sein in sachen Hundeequipment  wie ich es bin. Ich finde aber um die Gesundheit des Tieres zuschützen benötigen wir eben mehr als nur eine kleine Decke die aufm Boden gelegt wird und so als Schlafplatz dienen soll. Schließlich nehmen wir eine Vielzahl an Sachen mit damit unser Karpfen geschützt bleibt und sich nicht verletzt. Wenn wir das auf unseren Hund übertragen heißt das als nachdenken was er braucht damit auch die Session für ihn  eine reine Freude wird. Der Hund ist total von uns abhängig dessen müssen wir uns bewusst sein. Ich habe eine genaue Packliste was meine Süßen brauchen .Diese ist genauso wichtig  wie meine Ruten  oder mein Futter.
Als erstes der Schlafplatz.
Natürlich im Zelt sonst frieren sie durch die feuchte morgen Luft. Ich habe für sie eine oder manchmal auch zwei Plastewannen  mit Kissen und Decken dabei. Den ein warmer Hund ist ein zufriedener Hund und der hört auch besonderst gut.

Auch im November noch dabei…

Ein Hund brauch nicht nur einen warmen Schlafplatz bei uns sondern auch was zu fressen. Ich nehme immer etwas mehr  Hundefutter mit als ich für die berechnete Zeit benötige. Da ich meinen Beiden nur trocken Futter gebe, achte ich besonderst auf den absoluten wasserdichte Verpackung  der Nahrung. Denn nasses Futter ist unbrauchbar und die ganze Session steht auf dem Spiel. Für diesen Transport eignen sich besonderst gut die Packsäcke von Ortlieb geringes Packmaß und wenn sie Leer sind, sind sie einfach in einer anderen Tasche verstaut ohne Platz weg zu nehmen.
Je nach Wasserqualität ist darauf zuachten das auch genug Trinkwasser mitgenommen wird. Wobei die Wasser Qualität in Mecklenburg inzwischen so gut ist das ich meist überlege ob ich überhaupt etwas mit nehme.
In Deutschland herrscht Leinenpflicht für Hunde die beim Angeln mitgeführt werden also diese auch unbedingt mitnehmen und nutzen. Ich achte besonderst auf eine gute Sichtbarkeit der Halsbänder  sowie das der Name mit auf dem Halsband steht. Der Hund sollte bei Tasso registriert sein so das es, wenn er mal weg läuft auch wieder dem Besitzer zugeordnet werden kann.

Ein Stolzer blick und die Suche nach de Fisch..

 

Eine Sache noch die mir am Herzen liegt. Wenn ihr euren Hund am Wasser dabei habt. Achtet bitte auf ihn und stellt sicher das durch sein Verhalten niemand zu schaden kommt. Also Finger weg vom Alkohol! Denn unter Einfluss von berauschenden Mitteln hat niemand mehr die Kontrolle über sich  geschweige denn über seinen Hund!
Hunde in fremder Umgebung neigen dazu ihr Herrchen besonderst zu beschützen. Wenn dann noch ein Spatziergänger dem Hund falsch entgegen geht oder sogar nach ihm tritt ist das Unglück kaum noch auf zu halten.
Die Hunde fühlen sich in der Wildnis in ihrem Ursprungselement. Sie schärfen ihre Sinne und ändern ihr Verhalten in dem sie immer Ausschau nach  allem Verdächtigen halten oder nach Eindringlinge in ihrem neuen Revier. 

Hier kommt keiner Vorbei…

Wenn ihr diese Punkte berücksichtigt und euch dem Bewusst werdet welche Verantwortung solch ein Vorhaben mit sich bringt. Dann verspreche ich euch  super Momente und Sessions zusammen mit dem treusten Freund des Menschen.
Es gibt ein Zitat das, dass Verhältnis zwischen Mensch und Hund besonderst gut beschreibt:

“Der Mensch, ist  dir nicht mal treu im Winde, der Hunde selbst im Sturme”

In diesem Sinne, Viel Spaß mit Ihrem Liebling…

 

Christian Graßhoff

Fazination Elbangeln…

 

Im Licht des neuen Tages erblicke ich endlos scheinende Wassermassen die durch eine harte Strömung, welche sich an den unzähligen Buhnenfeldern bricht, geprägt ist. Unzählige Eindrücke brechen über mich ein während die Sonne langsam die Nebelschwaden besiegt.
Ein Schriller Ton durchbricht die Ruhe und meine Rute neigt sich im Steil stehendem Pod. Als sie bis zum halb Kreis gebogen ist und die Schnurr nur so von der Rolle fliegt erreiche ich sie und halte gegen. Es sind harte Fluchten und ich sehe in der Ferner große Wellen die mein Gegenüber an der Oberfläche hinterlässt. Die Fluchten werden ruhiger und ich bekomme wieder die Oberhand und schaffe es den Fisch aus der Strömung zu halten. Jetzt geht alles sehr schnell. Durch den großen Druck den ich auf den Karpfen ausübe kommt er schnell in Keschernähe und ein großer Elbspiegler wandert über den Kescherrand.

Ein Elb-Traum mit 17,1kg

Die Elbe ist einer der größten Flüsse Europas und sie durchfließt unser Land mit zwei drittel ihrer gesamt Länge. Der Ursprung dieses großen Flusses liegt in unberüherter Natur in den Bergen Tschechiens. Die Riesen Wasserfläche und der enorme Fischreichtum ,den die Elbe hat, war es wohl der mich schon vor vielen Jahren in ihren Ban gezogen hat. Es war ein langer Weg bis meine Sessions von Erfolg gekrönt war. Unzählige Blankserien musste ich einstecken bevor sich meine Bemühungen in herrlichen Fischen und fesselnde Drills umwandelten.
Das Angeln in der Elbe ist von vielen Faktoren geprägt an die man sich immer anpassen muss um guten Erfolg zu haben. Wechselnde  Wasserstände, enormes Aufkommen von Krabben die einen den Futterplatz verwüsten und  Schiffe die einem das Futter aus der Buhne ziehen. Sind nur einige Punkte die einem das Leben schwer machen.

Der Platz entscheidet!
Doch fangen wir erstmal mit der richtigen Platzwahl an.. Die Karpfen in der Elbe sind ständig unterwegs haben aber ihre bestimmten Buhnenbereiche die sie auf ihrer Nahrungssuche immer wieder anschwimmen. Meist sind es tiefe Buhnen die über eine Muschelbank verfügen. Also gehen wir mit der Lotrute bewaffnet auf die suche nach gerade diesen Spots. Es sind oft diese Bereiche an den sich die Strömung bricht die besonderst ausgespült und tief sind. Die tiefsten Bereiche in einer Buhne findet man direkt neben dem Buhnenkopf an der Strönungskante. Durch den Strömungsumbruch ist dieser Spot reich an Sauerstoff und Nährstoffen und daher für Muscheln perfekter Lebensraum wenn Steine vorhanden sind. Eine geflochtene Hauptschnurr ist beim Loten ein muss. Da wir uns durch die direkte Schnurrübertragung ein besseres Bild vom Untergrund machen können. Um zusehen ob sich am Grund Steine und Muscheln befinden montiert man ein gut ein Meter langes Hartmono dadurch sehen wir deutlich kleine einschnitte an der Schnurr welches auf Muscheln zurück zu führen ist. Leider sind die Buhnen ehr seltener die über eine Muschelbank verfügen was die Suche nicht gerade leicht macht.
Aber sie lohnt sich! Ein weitere Faktor ist die Strömung innerhalb der Buhne. Ideal ist sie wenn eine leichte Strömung kreisförmig durch die Buhne führt. Dadurch haben wir einen festen Grund der frei von unterwasser Treibgut wie Kraut und Blätter ist. Zudem zieht der Geruch unseres Futters durch dem gesamten Bereich.

Ein Eindeutiges Zeichen das sich eine Muschelbank in der Nähe befindet

Wenn man nun die richtige Buhne und Stelle gefunden hat ist es jetzt an der Zeit zu füttern. Die Elbe hat nicht nur einen super Bestand an Karpfen und Grasern sondern tummeln sich viele Weißfischarten in ihr. Dementsprechend müssen wir unser m Futter reagieren. Es ist wichtig das wir auf Masse kommen also jeden Tag 10 bis 20 kg Mais und 5 Kg Boilies pro Tag. Die Futtermenge richtet sich nach der Größe des ausgesuchtem Buhnenstücks. Ist es eine kleine Buhne eher etwas weniger Futter dafür aber öfters. Es macht keinen großen Unterschied wo man in der Buhne füttert da durch  vorbei fahrende Schiefe das Futter durch den Sog in der ganzen Buhne verteilt wird. Füttern zur Hauptfresszeit ist am effektivsten da sich die Fische oft nur wenige Stunden an einem Spot aufhalten. Daher sollte das Futter auch zu diesem Zeitpunkt am Platz liegen. Da die Hauptbeisszeit in den Frühen bis Späten Morgenstunden liegt hat es sich besonderst bewährt spät Abends oder in der Nacht zu füttern. Ich persönlich fahre nach meinem Dienst an die Elbe zum füttern. Gut es ist nicht jedermanns Sache in finstere Nacht durch hohes Schielf und Gras zur Buhne zulaufen in der Gewissheit das man jeden Moment eine Rotte Wildschweine aufscheuen kann oder man sie neben einen grunzen hört. Lohnen tut sich der Aufwand aber alle Male. Denn auch das beste Futter erzielt keine Wirkung wenn es zur falschen Zeit am richtigen Ort liegt.

Plagegeister im Fluss. Können einem den ganzen Futterplatz leer räumen.

Umgang mit der Zeit…
In der Elbe ist der Umgang mit der Zeit der wichtigste Faktor auf den wir uns konzentrieren sollten. Kurze Ansitze in den Morgenstunden sind am effektivsten zudem sehen wir so ob der Futterplatz angenommen ist oder ob sich kein Fisch zeigt.
Wochenlanges Vorfüttern kann man sich in der Elbe sparen da die Fische einen richtig ausgewählten Futterplatz sehr schnell annehmen da sie durch den großen Energiebedarf den sie durch die Strömung haben sehr viel fressen müssen. Oft kann man nach dem dritten Tag vorfütterns auch schon den ersten Ansitz wagen. Dieser sollte aber unbedingt in den Morgenstunden liegen so das man im ersten Morgengrauen genau sieht was auf dem Futterplatz los ist. Unsere Elbfreunde sind sehr Ausdrucksfreudig. Sie springen lautstark und rollen sich direkt auf dem Futterplatz. Oft nur 5 m vom Rand entfernt.
Der Fluss hat einen super Bestand von Spieglern und Schuppis welche bei Hochwasser aus den überfluteten Seen in die Elbe ziehen und da bleiben. Die Größe variiert stark. Gefangen wurden schon 50 Pfünder wobei sich das normale Gewicht zwischen 15 bis 30 Pf bewegt. Es kommt immer drauf an welche Fische da sind. Fische mit rund 20pf sind sehr nomadisch und schwimmen in größeren Schwärmen riesige Buhnenfelder ab. Die hohen Zwanziger und Dreißiger  halten sich dagegen immer in einem bestimmten Bereich von zwei drei Buhnen auf. Wiederfänge sind daher auch möglich und belegen dies.

Mittlere zwanziger… fast ein durchschnitt in der Elbe

 Elb Raser…

Wenn man von der Elbe spricht denkt man gleich an eine ganz besondere Asiatische Fischart. Dem weiße Amur. Dieser Garant für spannende Drills und harte Fluchten die die Schnurr so von der Rolle fliegen lässt. Fühlen sich in der Elbe besonderst wohl und sind sehr häufig vertreten.
Einem Stockt der Atem wenn die Graser über den Futterplatz herfallen man bedenke das sich das durchschnitts Gewicht Mittlerweile bei 30pf bewegt und sie wachsen immer weiter. Fische von 40+ sind keine Seltenheit mehr. Diese Weißfische in XXL können einen zur Verzweiflung treiben. Stundenlanges rollen auf dem Futterplatz und kein Biss folgt. Wer Graser schon mal beim fressen beobachtet hat, weiß das ihr Fressverhalten sich von den Karpfen unterscheidet. Sie haben ein oberständiges Maul  was sie dazu bringt senkrecht am Grund zustehen und Korn für Korn unseren Mais einzusammeln. Bei diesem Verhalten wird klar das sich die Bissausbeute mit einer normalen Montage nicht steigern lässt. Ein sehr hartes Maul und die Tatsache das sie sich beim fressen wenig bewegen lassen nur Bleie um die 150g und kurze harte Vorfächer zu. Vorfachmaterialien für die Elbe sollten immer etwas dicker Gewählt  werden da sich die Krabben auch gern mal diesem widmen muss nicht selten das Vorfach mehrmals am Tag neu gebunden werden. 35LBs Vorfächer sind daher Standart. Bei der Wahl der Köder ist alles offen. Süße genauso wie Fischige. Das Krabben durch fischige Baits mehr angelockt werden als durch Süße ist ein Irrglaube. Der Krabbe ist egal welche Geruch da kommt Hauptsache fressen!

Ein durchschnittlicher Graser aus der Elbe..
Bei den Grasern waren Pop Ups genauso wie Maie äußerst fängig. Wichtig ist das man Vertrauen in seine Köder und in seine Fischerei hat. Gerade die Elbe ist zwischen Liebe und Hass.
Wochenlange Blankphasen gehören zum Elbangeln dazu genauso wie wahre Sternstunden mit mehren Fischen innerhalb weniger Stunden. Immer ein offenes Auge und ein Mobilität sind schon die halbe Miete. Oft muss man den Platz wechseln um besser zu fangen. Daher lieber nur das wichtigste Takle mit nehmen.

Wahre Sternstunden wenn die Normadenschwärme kommen…

High Pods sind ein Muss.

Die Spannung ist hoch… Jeden Moment kann einer Abfahren…

Sollten aber eine Gute Standfestigkeit haben da die Bisse im Fluss besonderst hart kommen. Ein nur
halb herzig aufgebautes Pod liegt da schon mal flach.
In der Elbe ist härter immer etwas besser. Die Ruten sollten mindestens 3lbs haben und über eine Länge von 3,90m verfügen damit die Schnurr weit aus dem Wasser gehalten wird. Die Drills in der Elbe sind besonderst heftig gerade wenn die Schuppis beißen leichtes Gerät kommt da schnell an seine Grenzen wenn man den Fisch von der Strömung halten muss. Grosse Schnurrfassung der Rollen ist empfehlenswert da nicht selten mal als Beifang ein großer Waller einsteigt. Die Welse in der Elbe werden immer größer und bieten super Spaß und sind eine gute Abwechslung wenn die Karpfen nicht beißen wollen. Welse von 1,80m sind keine Seltenheit mehr und ich habe auch schon bis 32kg gefangen.   

Die beste Zeit für die Elbe liegt in den Frühjahrsmonaten wenn die Wassertemperatur über 12 Grad steigt. Gerade der Zeitpunkt ist es der die meisten und größten Spiegler und Schuppis bringt. Steigt die Wassertemperatur über 18 Grad herrscht extremer Graser Alarm und diese Fische vertreiben selbst die Großen Spiegler vom Platz. Die Elbe neigt dazu sich sehr schnell zu erwärmen. Daher kann es von einem Tag zum anderen Plötzlich losgehen. Es scheint manchmal als ob jemand einen Schalter umgelegt hat. So schnell wie sich die Elbe erwärmt umso langsamer kühlt sie wieder aus. Daher ist sie gegenüber Wetterumschwünge und Temperatur Einbrüche relativ emun. Nur starker Nordwind ist ein absoluter Elbkiller. Nach meist ruhigen Sommer Monaten in den die Krabben, Döbel und Welse die Oberhand haben. Kommen die goldenen Herbst Monate September und Oktober die ein Garant für häufige mehrfach Fänge sind.

Safey First!
Steinige Buhnen und viel Sand findet man an der Elbe in Hülle und Fülle. Wir sollten steht’s daran denken den gefangenen Fisch mit der richtigen Sorgfalt zu behandeln  damit sie unverletzt wieder in den Fluss kommen. Gerade Graser sollten wie ein Rohes Ei behandelt werden. Sie sind besonderst Bewegungsfreudig auf der Abhakmatte. Also Vorsicht beim Umgang mit diesen Giganten des Stroms. Es ist zu schade wenn sie durch Falsche Handling oder Sacken verletzt oder getötet werden.

Eine Gute Vorbereitung ist ein Muss damit die Fische schnell wieder in den Strom kommen…

An dieser Stelle möchte ich ganz besonderst den beiden Jungs von Adventure Fisching für ihre Hilfe bedanken!

Viel Spaß an der Elbe..


Christian Graßhoff

Graser for Live,

Wohl keine andere Fischart scheidet so die Geister der Karpfenangler wie der Asiatische Weißfisch. Die einen Lieben ihn die anderen wollen ihn nicht mal am Platz haben. Die Graser sind ein fester Bestandteil im Gesamtbild eines Flusses. Es sind Fische die einen wirklich zur Verzweiflung treiben können wenn sie Stundenlang auf unseren Plätze rollen ohne das wir einen Biss bekommen oder wir sie beobachten können wie sie von der Oberfläche fressen nur unseren Köder scheuen. Sie Unterscheiden sich ganz klar von unseren anderen Freunden bei der Futteraufnahme sowie bei ihrem Verhalten am Futterplatz.
Sehen wir uns die Ernährungsart der Graser mal an. Ihre Nahrung besteht im übrigen aus den Jungen Trieben von Schilf und Seerosen. Sie nehmen ihre Nahrung oft von der Oberfläche auf daher hat sich das Maul dieser Ernährung angepasst und hat sich Oberständig entwickelt. Das bedeutet das sie bei der Nahrungsaufnahme vom Grund eine andere Körperhaltung einnehmen müssen als unsere Rüssler. Sie stehen meist fast senkrecht am Grund und sammeln mit ihren harten Lippen das Futter ein wobei sie sich dabei langsamer und weniger bewegen. Diese Beobachtung habe ich beim gezielten Graserfütterns an klaren Stellen gemacht. Interessant war zu beobachten das die Fische beim Eintreffen sich an der Oberfläche zeigten und den Futterplatz um schwammen. Alle anderen Fische wie Brassen und Spiegler wurden durch diese Unruhe des Grasertrups vertrieben und die XXL Weißfische machten sich langsam von außen an das Futter ganz zaghaft und Stück für Stück.
Graser haben bei uns kaum ein Chance sich zu vermehren und ein Großteil der Fische ist schon sehr alt und diese kennen dann schon viele Haken und wissen wann es gefährlich für sie wird. Genau dieses war auch der Reiz für mich, mich mit diesen Fischen zu messen.
Ich habe viel Zeit damit verbracht diese Weißfische kennen zulernen da sie neben ihren einmaligen Aussehen auch Garant für außergewöhnliche Drills sind.
Daher unterscheidet sich das gezielte angeln auf die Asiaten ganz deutlich von unserem normalen.
Es war einer der wärmsten Tage im Juli als ich gezielt auf die Graser gefischt habe.

Das Licht des neuen Tages hüllt den Fluss in ein Bett aus leicht aufsteigenden Nebel. Die Stille des neunen Tages lässt mich tief durch Atmen und den das hektischen Alltag vergessen. Es sind wohl diese Momente im Leben die uns den Atem rauben und uns unsere Leidenschaft so nahe bringt.
Der schrille Ton eines Eisvogels hallt durch den Nebel, der den neuen Tag ankündigt. Im Augenwinkel sehe ich den blauen Pfeil auf mich zukommen. Still bleibe ich hinter meinen Ruten sitzen, er setzt sich rund 5m vor mir auf eine Rutenspitze. Wie lang habe ich auf diesen Moment gewartet ich Atme leise und genieße den Anblick dieses einmaligen Vogels. So schnell wie er gekommen war ist er leider wieder verschwunden als ein Schiff den dichten Nebel durchbrach.
Als das Schiff wieder im Nebel verschwand durchbrach nur das Geräusch des Futters, welches auf die Wasseroberfläche traf, die stille des Morgens. Ein leichter Südwind brachte etwas warme Luft mit doch mein Spod blieb ruhig. Wo sonst Brassen und Döbel ihr Unwesen treiben war heute nur die Stille. Der Wind hatte Gestern bereits auf Süd gedreht sodass er sehr warme Luft mit sich brachte. Die Wassertemperaturen waren hoch und somit perfekt für die wärme liebenden Fische.
Die ersten Sonnenstrahlen treffen auf das Wasser als sich eine golldend schimmernde Seite die Oberfläche durchbrauch und in einer großen Welle wieder verschwand. Jetzt waren sie da und wie gefesselt sah ich den Fischen beim rollen zu. Meine Montagen stimmt ich nun genau auf das Fressverhalten ab welches ich schon lange studierte. Das Futter lies ich jetzt weg damit meine Köder schneller gefunden werden. Jetzt ging’s ans Vorfach. Noch kürzer noch Steifer und noch weniger an Köder ran. Denn Durch das kurze und steife Vorfach wirt es dem Graser erschwert den Haken wieder auszuspuken und im Zusammenspiel mit einem schwer Blei hakt sich so der Fisch sofort bei der kleinsten Bewegung.
Die eine Rute 10 cm Vorfach und 14 mm Pod Up die andere 10 cm Vorfach und zwei Körner drauf. Ich Wurf beide Ruten wieder rein. Was die Graser nicht am rollen störte. 5 min Schlag in der Rute dann Fall Biss... Klar GRASER!!! Ein Drill begann Richtung Strömung. An der Kante angekommen sprang der Fisch komplett aus dem Wasser und rein in die Strömung. Mir stockte der Atem und ich flog nur mit der Rute hinterher! Ich stand auf dem Buhnen Kopf und der Fisch zog Stromaufwärts. Ich hielt gegen als ich ein leises piepen vernahm... Voll Run an der Mais Rute!!! Drillend ging ich zum Pod und hielt die andere Rute fest. Da der Fisch Richtung Strömung schwamm konnte ich die Rute nicht stehen lassen also mit Drillen... Mit einer Rute in der Hand die andere in dem Arm geklemmt stand ich  nun am Wasser. Beide Ruten hämmerten und ich sah den anderen Fisch vor mir da er mir entgegen kam. Hammer auch ein Graser... Verdammt... Das Wasser explodierte und der Drill nein die Drills gingen jetzt richtig ab. Den einen Fisch hatte ich aus der Strömung wo der andere jetzt hin wollte. Gut gebremst kam dieser wieder zurück und tobte sich vor mir aus. Der andere war jetzt schwächer und ich zog ihn in den Kescher. Ja... Der erste im Kescher... denkste wieder raus gesprungen im Gegensatz zu ihm ging der andere Graser jetzt richtig ab. Mir schmerzten die Arme und beide Fische zogen wieder voll los. Ich weiß nicht wie oft ich mich mit den Ruten vermacht habe... Der eine kam wieder Richtung Kescher und passt er war wieder im Kescher wo er nach einer Minute wieder raus sprang. Jetzt waren beide Fisch direkt vor mir neben einander und ... DAS WAR DER HAMMER... Jetzt glitten beide Fische fast gleichzeitig in den Kescher!!! Passt Perfekt gelandet und ich sagte im Wasser zusammen... 51 Pfund Graser Power im Kescher den sie mir zusammen fast auseinander genommen haben... Nach einer Rundruf Aktion kam Frank zum Fotos schießen denn alleine hätte ich nicht beide Fische ohne Verletzungen fotografieren können...
Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen doch der Weg dorthin war lang und schwer.

Die Graser Montagen
Wie schon erwähnt muss bei den Montagen etwas umgedacht werden als bei unseren normal Standartmontagen. Es reicht nicht nur das Vorfach zu kürzen viel mehr muss die ganze Montage den Weißfisch in XXL angepasst werden. Die Fische nehmen Korn für Korn vom Grund auf daher ist es nötig das wir mit den Ködergrößen und dem Futter anpassen. Mit einigen Faktoren können wir aber auch dieses beeinflussen.



Wir können bereits mit dem füttern die Vorfachlänge bestimmen. Füttern wir großflächig müssen die Vorfachlängen etwas länger ausfallen da sich die Fische mehr Bewegen und so auch der Haken mehr Bewegungsfreiheit braucht. Füttern wir gezielt auf einen kleinen Bereich müssen wir das Vorfach kurz halten damit sich der Fisch bei der kleinsten Bewegung hakt. Graser lieben große Futterplätze daher sollte auch vom Haken eine große Lockwirkung ausgehen um die Fische auf den Köder aufmerksam zu machen. Die anderen Scheuen das auffällige und für diese brachen wir unscheinbare Köder die sie vertrauensvoll Fressen.Gerade die Tarnung kommt bei mir an erster Stelle. Daher haben alle verwendeten Komponenten einen Sandton wie wir ihn in der Elbe finden. Bei den verwendeten Vorfächern benutze ich Steife, weiche und auch Kombis aus beiden. Meine Lieblinge kommen aus dem Hause Kryston und Korda. Bei den letzten versuchen Bezüglich des Vorfaches haben sich die Kombis am besten bewehrt. Ich verwende jetzt 11 cm als Vorfachlänge bei meinen Standart Graser Montagen.
Doch jetzt die Standartmontagen  auf einen Blick.
D-Rig Kombi

Die Standart - Montage wenn es bei den meisten auf Graser geht. Wichtig ein D- Rig nutzen damit der Haken sich dank des Winkels sofort bei der kleinsten Bewegung ins Maul klinkt. Der Köder hängt direkt am Haken und wird somit gleich mit eingesaugt. Für diese Montage empfiehlt sich ein weiches Material damit der Köder in der Leichten Buhnenströmung eine schöne Bewegung hat.

Das Stiff

Meine Liebling Montage wenn Graser ihr Unwesen auf dem Platz treiben. Aber auch den einen oder anderen Spiegler ging mir auch schon an den Haken. Kurzes softes Mono Vorfach im zusammen Spiel mit einen Haken der Größe 6 und einem D-Rig. Auffallend war das bis jetzt auf dieser Montage keinerlei Aussteigen kamen und alles sauber gehakt waren

Das unauffällige

Getreu dem Motto unauffällig fängt seht ihr hier meine Erfolgreichste Montage. Ob mit zwei Mais Körnern oder einem Boilie oder zum Schneemann. Diese macht alles und fängt. Ich nutze dazu einen langschankligen gebogenen Haken der Größe 4 oder 6. Je nach Köderwahl. Auf dem Hakenschänkel sitzt ein Rig Ring an welchem das Haar befestigt  ist. Dadurch dreht sich der Haken direkt ins Maul wenn der Fisch versucht den Köder wieder auszuspucken. Der Köder fliegt aus dem Maul aber nur der ring bewegt sich auf dem Hakenschänkel nach hinten während die Hakenspitze in die Unterlippe schlägt. Vielfach bewehrt..
Auffällig ist auch das als “ Beifang”  gerne auch mal große Schuppis an den Haken gehen. Anderes als die Spiegler halten sie sich ab einer bestimmten Größe auch in der Nähe der Graser auf.

Die Bisse und die Verführer
Bei den Bissen handelt es sich meist bei einem heftigen Schlag der durch die Rute fährt und einem anschließendem Fallbiss. Auch sehr rasante Bisse kommen vor aber sind etwas seltener. Dieses hängt von der Richtung ab von welcher der Fisch gerade beißt und in der Schwimmt. Es gibt aber auch die Heimtücken Bisse die von den großen Grasern ausgehen welche sich durch ein leichtes Schlagen in der Rutenspitze mit einem leichten Fallbiss äußern. Beim Anschlagen spürt man ein leichten Widerstand da diese Fische dann mit geschwommen kommen und erst wenige Meter vor dem Ufer explodieren dieses Verhalten ist schon vielen Anglern zum Verhängnis geworden das sie von den Fischen so überrumpelt wurden das diese dann Ausschlitzen und verloren gingen.
Die Beisszeiten liegen meist in den Morgen oder Mittagsstunden wobei man auch in der Nacht erfolgreich sein wenn das Futter regelmäßig zur nächtigen Stunde ins Wasser kommt. Richten sich die Fische nach diesem Züglus.
Bei den Ködern ist kleiner besser als das Standart. Die Zahl der Brassen und Döbelfänge steigt zwar auf dieser weiße sehr aber wenn erstmal die Graser da sind werden sich die Mühen lohnen. Man sollte sich immer vor Augen halten das es sich bei den Fischen um sehr intelligente handelt die erstmal genau prüfen bevor sie fressen. Wie auf den Bildern ersichtlich fische ich ganz sensibel auf die Giganten der Weißfische. 14mm Boilies haben sich sehr gut bewährt sowie einzelne Maiskörner die unscheinbar auf dem Futterteppich liegen. Habt Vertrauen und Geduld wenn ihr so unscheinbar fischt da die rollenden Graser auf dem Platz gern mal dazu verführen auffällig zufischen aber das geht dann sehr schnell nach hinten los. Auch Pop Ups sollten im Farbton dem Futter entsprechen. Einer der Klassiker und ein wahrer Graserverführer ist der Annanas Neon Pop Up. Die fische scheinen ihn wahrlich zu lieben.

Graser im Kescher und auf der Matte ist ein Kampf denn sie geben sich niemals geschlagen. Dieses ist es auch was den Drill so unglaublich fesselnd und einzigartig macht.
Die Wahl der Ausrüstung sollte dementsprechend etwas härter ausfallen. Ruten der 3,00 Lbs sollten mindestens auf dem Pop liegen da auch die schweren Blei damit geworfen werden müssen.
Die Ruten sollte jedoch auch feinfühlig genug sein damit man im Endkampf sensibel genug auf die Schläger der Graser Schönheiten reagieren kann.
Bei dem Umgang mit den Fischen sollte sehr schonend Umgegangen werden da sie sehr empfindlich sind. Also große Matten und große Kescher dann man weiß ja nie vielleicht kommt es ja zum Doppel Lauf J

Das fischen auf Graser ist eine Herausforderung die es lohnt sich dieser anzunehmen denn es sind einzigartige Fische die man mit dem nötigen Respekt behandeln sollte!

In diesem Sinne.

Euer Christian

Ganz in Weiß!

Tiefes Verlangen durchfließt mich wenn ich hier am PC sitze und mir die Bilder der Vergangenheit anschaue. Schnell ist das letzte Jahr vergangen und umso schneller fiel der Winter über uns hinein. Jetzt gezielt auf unsere Liebsten fischen ist der Wunsch von jedem von uns. Das Abenteuer Winterangeln, die Herausforderung unter niedrigen Umständen den äußeren Einflüssen trotzen und am Wasser sein. Doch man sollte nie die Temperatur und das Wetter unterschätzen. In diesem Winter habe ich es leider noch nicht ans Wasser geschafft. Zu schnell kam das Eis, zu schnell das Hochwasser… Voller Sehnsucht sitze ich nun hier mit den Bildern meiner ersten richtigen Wintersession vor dem Auge. An dieser möchte ich euch nun teilhaben lassen.
Es ist der 4 Januar 2009 die vergangene Weihnachts -  und Jahreswechselzeit war hart und Stressig. Das verlangen in mir war groß und ich das Vorhaben war von langer Hand geplant. Der Wetterdienst meldete 0 bis -4 Grad für die kommenden Tage war mit Schneefall und weiter sinkenden Temperatuten. Voller Vorfreude kam ich am See an. Es war ruhig und still. Keine anderer in Sicht. Ich verliebte mich sofort in die Umstände und in die kühle Einsamkeit am Wasser. Lange hatte ich im Vorfeld überlegt wo und wie ich fischen sollte. Bei meinem Zielgewässer handelte es sich um ein 120 ha See mit Wassertiefen bis 16 m. Meine Platzwahl fiel auf meine Kante in 320 m Entfernung. Hier fiel das Wasser von 6,5 m auf 11 m ab. Die Kante was voller Muscheln. Als Futter kam für beide Ruten rund 1 kg Boilies zum Einsatz. Jetzt stand das Camp und ich war voll zufrieden und wartete auf die Nacht. Voller Fragen sah ich auf die Ruten, was erwartet mich die nächsten 3 Tage, liegen die Ruten richtig, was wird das Wetter machen, komm ich mit der Kälte klar??? Lauter Fragen… Doch die Antwort  wird nur die kommende Zeit bringen.
Die erste Nacht kam und die Temperatuten vielen und vielen. – 8 Grad zeigte das Thermometer und ich hatte immer noch das Zelt vorne Offen. Ich kann bei Fischen kaum schlafen wenn ich meine Ruten nicht im Blick habe. Daher schlafe ich fast immer mit offener Zelttür. Unter meinem Schlafsack und Cover war es dank einer Wärmflasche und des Glühweins sehr warm. Schließlich schlief ich ein… 1.12 Uhr etwas Feuchtes landet auf meinem Gesicht. Ich wache auf… Was ist das… Als ich schaue sehe ich dass es voll angefangen hat zu schneien und es auch total ins Zelt geschneit hat. Schnell ziehe ich mich an und gehe raus in den Schnee. Total fasziniert von dem Schneemassen die da vom Himmel fallen stehe ich vorn den Ruten. Wahnsinn… Wahnsinns Gefühl. Das ist also Winterangeln…


Am nächsten Morgen sehe ich das volle Ausmaß des nächtlichen Schneegestöbers. Einmalig schön einmalig ruhig. Die Winterliche Atmosphäre zieht mich in ihren Bann. Alles scheint so friedlich so ruhig und still. Keine Menschen Seele weit und breit, nur ich und der See…  Die Ruten und das Boot liegen unter Schneekronen aber immer noch ohne Biss. Ich genieße bei einem heißen Kaffee die Location. Die Temperaturen liegen bei -4 Grad am Tage und – 10 Grad in der Nacht. Ich endschließe mich die Ruten noch einen Nacht liegen zulassen ohne sie zu kontrollieren. Der Tag vergeht und ich wärme mich im Zelt auf. Jetzt ist es doch soweit und die Temperaturen zerren an den Kräften. Der Kocher wärmt das Zelt und mich etwas auf. Die Nacht kommt und die Kälte kommt wieder mit voller Kraft. Eine Tasse Glühwein tut sehr gut und die Hoffnung auf den ersten Biss im Schnee lässt mich wieder einschlafen.

Der nächste Morgen begrüßt mich mit Sonnenschein bei voller Schneepracht. Wundervoll und erholsam habe ich die vergangene Nacht verbracht. Doch leider wieder ohne Biss. Wobei die Kulisse mich für alles entschädigte. Am frühen Nachmittag entschließe ich mich die Ruetn für die letzte Nacht neu abzulegen. Raus aufs Wasser raus in die volle Kälte. Die Kälte zerrt an den Kräften und die Glieder schmerzen meine Hände sind kühl und das anködern fällt schwer. Alles dauert etwas länger… Doch nicht schaffe ich es locker. Die Ruten liegen wieder und die Hoffnung kehrt zurück. Plötzlich holt mich das Klingeln meines Handys aus den Träumen in Weiß. Meine Mutter ruft sorgevoll an. Die Polizei rief bei Ihr an weil mein Auto von Passanten seit meiner Ankunft beobachtet wurden war. Sie sahen nur leider mich nicht. Daher informierten sie die Polizei welche daraufhin ermittelten. Nachdem sie das Kennzeichen ermittelten riefen sie bei meinen Eltern an und erkundigten sich nach dem Auto. Bevor sie aber ein Suchkommando losschicken beruhigte sie meine Mutter und sagte das ich am See angeln sei und es mir gut ginge. Etwas Irritiert bedankte sich der Polizist und legte auf.  Ich musste echt lachen als mir meine Mutter diese Geschichte erzählte. Ich war wirklich etwas durch geknallt J bei dem Wetter hier zu fischen. Jetzt ging es aber in die letzte Nacht. Die letzten Tage der Kälte zeigten Wirkung und es bildete sich ein leichtes Eis im Rand Bereich. Leider passierte die letzte Nacht auch nichts und mit kalten Händen baute ich ab. Mein Zelt war voll gefroren und es dauerte bis ich es in die Tasche bekam.
Ein letzter Blick über den See und die einzigartige Location und dann ging es wieder in die Wärme zurück…
Das war mein erstes Mal im Schnee… Völlig beeindruckt von der Stille und der Schönheit des Winters zieht es mich jetzt immer wieder im Winter an den See. Sei es zum Fischen oder einfach nur um die Atmosphäre bei einem heißen Kaffee zu genießen.  Ich liebe einfach mein Hobby, mein Leben, bei jedem Wetter!

Die Schönen der Schönen…

Es ist 4 Uhr und ich sitze mit noch mit zitternden  Beinen auf meiner Liege. Mittlerweile ist es Anfang  Oktober und die Nächte liegen jetzt schon bei einer Temperatur um die 2 Grad. Viel zu schnell ist der Sommer wieder vergangen und wir befinden uns jetzt in den letzten Monaten wo wir uns noch am Wasser aufhalten können.  Viel zu schnell liegen unsere Seen wieder unter Schnee und Eis. Wie so oft stell ich mir die Frage: “Hast du deine Ziele erreicht?” Mit einem Lächeln auf den Lippen nicke ich und lasse das grade Geschehene Revue  passieren.
Mit krummer Rute, inmitten eines nächtlichen Herbststurmes, fand ich mich im Wasser wieder, nachdem mich der süße Ton meines Carp Sounders aus dem Schlaf riss. Die Gegenwehr ist groß und die Fluchten sind hart. Wie so oft in der vergangen Zeit kann ich mich auch jetzt in diesem Moment auf das Rückgrat meiner X- Flite verlassen. Als sich die harten Fluchten langsam in starken und stetigen Druck verwandelten, begannen meine Beine zu zittern. Mir war klar, dass es kein kleiner Fisch war. Inmitten von Wind  und Regen gewann ich  langsam Meter für Meter zurück auf meine Rolle. Nach dem Klacken des Schlagschnur Knotens , welcher durch die Ringe glitt, wusste ich das mich nur noch wenige Meter von meinem Gegner trennen. Im Schein meiner Kopflampe sah ich den massigen Körper eines Spieglers.
Als er langsam über den Kescherrand glitt, sah ich nur große Schuppen, die das grüne Licht meiner Tikka reflektierten. Mir war klar, dass ich einen der Schönen unter den Schönen hatte und damit wieder ein Ziel erreicht habe! Mein Jubelschrei hallte durch die Nacht. 
Nun schnell auf die Matte und l in einem normalen Licht die Seite des massigen Karpfens zu betrachten. Er war wirklich wunderschön, große Schuppen auf einer riesigen Seite. Obwohl Gewichte bei solchen Fischen wirklich zweitrangig sind, wog ich ihn dann doch gleich. Die Waage blieb bei 14,7 kg stehen. Okay… kein Fisch über 15 kg, aber was macht das schon. Dieser Fisch ist einmalig.
Ich hätte mich auch gefreut wie ein kleines Kind, wenn es einer unter 10 kg gewesen wäre.

Die Schönen der Schönen.
Wenige Fische haben einzigartige und schöne Zeichnungen. Jedes Jahr aufs neue setzte ich mir das Ziel, den Einen unter den Vielen zu fangen, wobei es da  keine Strategien oder bestimmte Köder gibt. Ich setzte auf mein Vertrauen und auf mein Glück, welches mich bis jetzt noch nicht im Stich gelassen hatte. Es sind  die Momente, in denen einem das Staunen ins Gesicht geschrieben steht, wenn man diese Seiten sieht.  Sicher die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Wir können auch von einer Einzigartigkeit der Karpfen sprechen, welche es Leider zu selten gibt. Wobei, wissen wir welche Fische die Überhand haben? Ich denke nicht. Jeder unsere Freunde ist ein Unikat und einige sind der wahrgewordene Traum vieler Angler.

Vor einiger Zeit, an einem 5 ha großen See im Herzen von Sachsen-Anhalt,  hatte ich eine Session bei welcher ich gleich doppelt für meine Mühen belohnt wurde…
Als mich die ersten Sonnenstrahlen  in meinem Bivie weckten, sprang ich raus und stand am Ufer, um nach meinen beiden Eingesackten zu sehen. In einer Nacht, in der ich das Vergnügen hatte meine Rute zweimal an mich zu reißen, erlebte ich Drills der Extraklasse. Diese wurden jedoch von den beiden Fischen getopt, die den Weg in meinem Kescher fanden :Zwei atemberaubende Fische in der ersten Nacht und  zweimal über 16 Kg! Wahnsinn !



Das Gewicht bei solchen schönen Karpfen sind  wirklich zweitrangig!

Oft gejagt, jedoch leider selten gefangen.
Oft ist leider auch zu sehen., dass gerade bei vielbeschuppten Spieglern einige Schuppen durch falschen Umgang mit den Fischen fehlen. Dies verwirft natürlich  das Gesamtbild des Fisches  und  tut diesem Fisch gesundheitlich nicht  gut . Da diese Stellen sich schnell entzünden können, möchte ich deshalb ich jedem Angler  nahe legen, die Fische mit der nötigen Sorgfalt zu behandeln, denn sie sind so selten und es ist wirklich Schade um jeden Verletzung,  die sie durch uns zugefügt bekommen.
Verbeugen können wir bereits bei unserer Montage die verwenden. Oft haben wir unsere Standart Montage die uns fast überall Fisch beschert. Doch sehen wir uns die verwendeten Montagen doch mal genauer an zum Beispiel an stark verkrauteten Gewässern. Da kommen natürlich geflochtene Schlagschnüre zu Einsatz. Manche denken dann so gar soweit  , dass sie den Rig Tube kürzen oder gleich ganz weg lassen. Was der größte Fehler ist da die dünne Geflochtene jetzt direkten Kontakt zur Seite des Fisches hat. Dadurch werden nicht nur viele Schuppen verletzt sondern auch tiefe Narben an den Fischen verursacht.
Wichtig ist bei der Angelei in und vor solchen Hindernissen wie Kraut und Seerosen, das unbedingt safety Clips verwendet werden.  Dadurch ist gewährleistet das sich das Blei nach dem Biss schnell löst und sich der Fisch an freier Schnur bewegen kann. Der Vorteil daran ist das wir den Gegendruck auf den Haken reduzieren da sich kein Kraut am Blei sammeln kann somit verringern wir das Risiko eines Aussteigers.

Jetzt sehen wir uns mal unsere Lieblingsstellen zum Fischen an die Kanten und die Plateaus. Sie hängen oft voll mit Dreikantmuscheln und es kommen Monofile Schlagschnüre zum Einsatz. Oft befinden sich unsere Top Spots nicht grade  in Wurfweite also hohe Bleigewichte und weite Entfernungen sind die Folge. Wenn wie in diesen Dimensionen Fischen, müssen wir immer an den schlimmsten Fall denken und das ist nun mal ein komplett Abriss. Komplettabrisse sind auf den Kanten leider keine Seltenheit, da das Vorkommen der Muscheln unterschätzt wird. Die Schlagschnur wird zu kurz montiert und bei einem Vollrun ist das Ende der Schlagschnur schnell über der Kante und unsere Hauptschnur macht da nicht lange mit und sie ist durch.  Durch diesen Grund sollte immer zuerst daran gedacht werden, wie der Fisch das Blei am schnellsten wieder los wird. Damit er nicht mit einem 180 g Blei umher schwimmen muss. Also zuerst bedenken wie groß die Kanten oder Plateaus sind wodurch wir das Aufkommen der Muscheln relativ gut einschätzen können und unsere Schlagschnur daran anpassen können. Schlagschnurlängen von 50 m sind dabei keine Seltenheit denn es kommen oft durchaus rasante Läufe. Wir müssen in der Hinsicht unseren Schwerpunkt nicht nur bis zum Karpfen biss legen, sondern müssen wir anfangen weiter zudenken sodass wir im Vorfeld alles dagegen unternehmen um Verletzungen vorzubeugen.

Solche Kanten haben ein enormes Aufkommen von Dreikantmuscheln. Lange Schlagschnur ein muss!

Geht es auf solche Weiten oder vor große Hindernisse ist unser Schlauboot ein muss. Beim Biss schnell ins Boot, über den Fisch und ihn schnell und mit großem Druck von allem fern halten was den Fang gefährden könnte. Dabei bedenken Leider nur die wenigsten das durch den steilen Winkel, welcher beim Drillen vom Boot aus entsteht. Das die Schnur nicht wie beim normalen Drill über einen kleinen Teile der Flanke geht sondern bei den Abwärtsbewegungen vom Fisch die ganze Seite lang scheuert.
Also sollten wir egal mit welcher Schlagschnur und mit welcher Montage immer darauf achten das der Rig Tube lang genug ist , sodass die Seiten unserer Schönen geschützt sind. Beachten wir diese Aspekte und denken wir auch mal weiter als nur bis zum Biss, haben wir einen der Schönen unversehrt  vor dem Kescher.
Bei dem Kescher achte ich immer darauf das, dass Netz kleine Maschen hat und das es aus einem sehr leichten nicht starren Material besteht. Denn wenn die Maschen sehr groß sind können sie sich hinter die Schuppen setzen und sie im schlimmsten Fall rausreißen. Was wir ja unbedingt vermeiden wollen.
Wenn wir den Fisch im Kescher haben und ihn aus seinem Element heben um ihn auf unserer Abhakmatte zu legen, gilt darauf zuachten das wir beim auflegen des Karpfens  keine Flossen umknicken die dadurch brechen können. Ein Karpfen auf einer Abhakmatte hat leider auch einen sehr großen Bewegungsdrang. Deshalb sollte der Fisch nicht einfach abgelegt werden weil man schnell noch die Waage oder etwas anderes holen will. Denn wenn er unbeaufsichtigt ist passiert es zu schnell das er von der Matte springt und sich dabei völlig unnötig Verletzungen zufügt.
Die Abhakmatte ist mit das wichtigste Utensil was wir für unsere Angelei benötigen. Leiden denken die meisten nicht so und gehen mit viel zu kleinen Matten an Wasser. Die Abhakmatte sollte besondert groß sein sowie sie auch über einen hohen Rand verfügen sollte.


Grosse Abhakmatten ein absolutes Muss!

Ich werde oft mit einem Lächeln begutachtet wenn ich mit meiner Matter in XXL von Pro Line ankomme. Sie hat zwar ein Riesen Packmaß, aber sie ist das beste für unsere Schuppigen Freunde.  Jeder Fisch verhält sich unterschiedlich auf der Liegewiese manchmal ist es besser mehr Geduld zu haben und den Fisch auf den Matte zu halten bis er sich beruhigt hat und wir die Bilder für die Ewigkeit schießen können.

Es gibt ein Satz von  Sascha Pingel den ich nicht vergesse und der lautet:
“Jeder Fisch ist es wert mit der nötigen Sorgfalt behandelt zu werden damit er unbeschadet in sein Element zurück kommt”

In diesem Sinne wünsche ich euch den Einen unter den Vielen,
Christian Graßhoff.